
Münsters Kriminalhauptkommissar sagt Tschüss
Kriminalhauptkommissar Ulrich Bux hat Kultstatus in Münster. Jetzt hat er seinen letzten Arbeitstag.
Veröffentlicht: Donnerstag, 29.04.2021 12:50
Wenn am Sonntag (2. Mai) Axel Prahl als Kriminalhauptkommissar Frank Thiel im neuen Münster-Tatort auf Verbrecherjagd geht, dann ist für Münsters "echten" Thiel die Arbeit endgültig getan. Am Freitag (30. April) ist sein letzter Arbeitstag. Nach 45 Jahren bei der Polizei geht der 62-jährige Bux in den Ruhestand.
Mehr als 30 Jahre bei der Kripo
Mit 17 Jahren ist Ulrich Bux zur Polizei gekommen. Er hätte sich auch vorstellen können, evangelischer Pfarrer zu werden, aber dafür seien seine Griechischkenntnisse zu schlecht gewesen, sagt er im ANTENNE MÜNSTER-Interview. Durch Freunde und Bekannte sei er dann auf den Beruf des Polizeibeamten aufmerksam geworden und hat ihn von Grund auf gelernt.
In diesem Bereich habe ich jetzt alles, was ich früher einmal werden wollte.
Als erster Kriminalhauptkommissar Münsters hat Bux sich schnell auf die Aufklärung von Kapitalverbrechen spezialisiert, war zuletzt einer von drei Mordkommissionsleitern im Polizeipräsidium am Friesenring. Wegen seiner Genauigkeit hatte er eine sehr hohe Aufklärungsquote - auch, weil er sich immer den Opfern verpflichtet gefühlt hat.
Die Aufklärung der Tat ist man allein schon den Opfern schuldig. Jede ungeklärte Tat in diesem Bereich ist eine Tat zu viel, deswegen haben wir immer alles daran gesetzt, sie zu klären.
Während die Gerichte sich mit den Tätern befassen, seien Polizisten wie er opferorientiert - alleine durch den Kontakt mit den Angehörigen.
Ein Leben für den Beruf
In Ermittlungsarbeit vertieft, kannte Bux kaum geregelte Arbeitszeiten oder Feierabend. Im Fall der Amokfahrt am Kiepenkerl habe er 47 Stunden am Stück gearbeitet, sagt er. Häufig habe er auch nach Feierabend nicht richtig abschalten können. "Die laufenden Fälle nehmen einen schon sehr mit", erzählt er. Seine Frau war ihm dabei immer ein großer Rückhalt und hat ihm den Rücken freigehalten.
Zu Bux wichtigsten Fällen zählten die Amokfahrt am Kiepenkerl, die vermisste Musikstudentin Christina B. Trotzdem konnte er doch nicht alle Fälle lösen. So ist bis heute zum Beispiel nicht geklärt, wer das Baby getötet hat, dessen Leiche 2013 aus dem Dortmund-Ems-Kanal geborgen wurde. Der Fall lässt ihn bis heute nicht los.
In der ANNTENNE MÜNSTER-Morningshow hat Ulrich Bux Morgenmoderator:innen Miriam Gerding und Gerrit Nissen erzählt, wie er seine Zeit in Münster wahrgenommen hat und ob er Berufliches von Privatem trennen konnte:
