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Münsters Kirchenrechtler zur Zölibat-Abschaffungsidee
© Lars Berg (KNA)
Der Kirchenrechtler der Universität Münster Thomas Schüller: "Vorschlag von Marx nicht revolutionär!"
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Münsters Kirchenrechtler zur Zölibat-Abschaffungsidee

Die Forderung nach einer Abschaffung des Pflichtzölibats für katholische Priester ist nach Einschätzung des Kirchenrechtlers Thomas Schüller nicht revolutionär.

Veröffentlicht: Donnerstag, 03.02.2022 08:52

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Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hatte in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, es wäre für alle besser, wenn es Priestern freigestellt würde, ob sie heirateten oder nicht."Das ist überhaupt nicht ketzerisch oder revolutionär", sagte Thomas Schüller dazu. Vielmehr beschreibe Marx nur, was in der Geschichte der katholischen Kirche lange Zeit gängige Praxis gewesen sei. "Von daher riskiert Kardinal Marx mit seinen Äußerungen zum Zölibat nichts, sondern wiederholt gefahrenfrei für den Fortbestand seiner kirchlichen Karriere eine bereits von vielen Katholiken immer wieder geforderte Rückkehr zu einer in der Geschichte der katholischen Kirche lange Zeit bewährten Praxis."

Thomas Schüller sagte, Versuche zur Einführung des Pflichtzölibats habe es schon im Mittelalter gegeben, doch habe sich die Kirche damit lange nicht durchsetzen können. Erst nach der Reformation im 16. Jahrhundert habe die Kirche die verpflichtende Ehelosigkeit der Priester dann verbindlich festgelegt und spiritualisiert, um sich

gegenüber dem Protestantismus abzugrenzen. "Der Pflichtzölibat ist kein Glaubenssatz, sondern eine disziplinäre Norm und kann geändert werden, ohne in den Glaubensschatz der katholischen Kirche einzugreifen", sagte Schüller, der das Institut für Kanonisches Recht an der Universität Münster leitet.

Marx hatte der "SZ" gesagt: "Es wäre besser für alle, die Möglichkeit für zölibatäre und verheiratete Priester zu schaffen." Bei manchen Priestern wäre es besser, wenn sie verheiratet wären. "Nicht nur aus sexuellen Gründen, sondern weil es für ihr Leben besser wäre und sie nicht einsam wären. Diese Diskussionen müssen wir führen."


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