
Münsteraner in der Ukraine: 18 Kilometer Fußmarsch
Dramatische Stunden für Andreas Bramer aus Münster in der Ukraine. Nach 18 Kilometer Fußmarsch und einer Nacht in der Kälte wartet er zusammen mit tausenden Menschen an der Grenze.
Veröffentlicht: Samstag, 26.02.2022 09:00
Andreas ist mit seiner ukrainischen Lebensgefährtin und deren kleiner Tochter seit Donnerstag (24.02.) unterwegs von Lwiw (Lemberg) zum 70 Kilometer entfernt gelegenen Grenzübergang zu Polen. Weil es an den Tankstellen kein Benzin mehr gibt, war die Fahrt mit dem Auto nicht möglich. Die drei ergatterten ein Taxi, das sie bis 18 Kilometer vor die Grenze brachte. Ab da war die Straße verstopft. Inzwischen sind sie nach 18 Kilometern Fußmarsch durch die Nacht kurz vor der Grenze angekommen und haben zumindest ein erstes Gate durchquert. Andreas fürchtet, dass er und seine Familie auch die Nacht zum Sonntag draußen in der Kälte verbringen müssen. Die Zustände hier sind katastrophal, berichtet er am Samstagmittag (26.02.) im Interview mit ANTENNE MÜNSTER-Samstagmoderatorin Lena Zils.
Die polnische Regierung berichtete am Samstagmittag (26.02.) von rund 100.000 Geflüchteten, die bereits jetzt aus der Ukraine über die Grenze gekommen sind. Allein am Samstagmorgen seien es 9.000 Menschen gewesen. Viele tausende, wie Andreas und seine Familie, stehen noch auf ukrainischem Gebiet vor den Passkontrollen. Die Vereinen Nationen (UN) stellen sich auf bis zu vier Millionen Flüchtlinge ein. Auf polnischer Seite bieten meist freiwillige Helfer Tee, Kaffee und Butterbrote an. Auf ukranischem Gebiet sind die Menschen meist ohne Hilfe. In sozialen Medien informiert die Regierung in Warschau, dass jeder aufgenommen wird, der vor dem Krieg flieht. An den Grenzposten stehen Busse für den Transport bereit.
Wir wünschen Andreas und seiner Familie, dass sie es nun so schnell wie möglich über die Grenze schaffen. Auf polnischem Gebiet wartet Andreas Vater, um die beiden abzuholen. Wir halten Euch weiter auf dem Laufenden zur Geschichte von Andreas.
Hier könnt ihr alle bisherigen Interviews mit Andreas anhören:



