Münster soll Vorreiter beim Klimaschutz werden

Die Fahrradstadt Münster hat beste Voraussetzungen, um Modellstadt für lokalen Klimaschutz zu werden. Das ist die Idee der kommunalen Wählervereinigung "Münster ist bunt!". Dabei liegt in Sachen Mobilität neben dem regionalen ÖPNV, der insbesondere auf der Schiene stattzufinden hat, die Innenstadt Münsters im Fokus.

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Die Kommunale Wählervereinigung "Münster ist bunt!" (in Gründung) schlägt vor, zunächst die Kernstadt und dann die Innenstadt vom motorisierten Individualverkehr, sofern dieser nicht emissionsfrei ist, zu entlasten. In zwei Schritten soll durch die innerstädtische Mobilitätswende die Lebensqualität in der Stadt verbessert werden.

Zunächst wird der Kernstadtbereich (in der Karte innerhalb der grünen Zone) vom Emissionen erzeugenden Personen- und Güterverkehr befreit. Zudem müssen natürlich auch nicht durch Verkehr erzeugte Emissionen der Haushalte, Betriebe und Verwaltungen vermieden beziehungsweise erheblich gesenkt werden. In einem zügig folgendem zweiten Schritt soll die gelb umrandete Zone möglichst immissionsarm werden.

Die ersten Schritte zur Sicherung der Mobilität in der Innenstadt unter klimagerechten Bedingungen:

  • kostenfreie Busnutzung innerhalb der grünen Zone (24 Bushaltestellen)
  • Befreiung der grünen Zone vom MIV (motorisierten Individualverkehr) mit gesundheits- und umweltschädigenden Emissionen
  • Beschränkung des individuellen Warenlieferverkehrs innerhalb der grünen Zone auf den Zeitraum von werktags 4 Uhr bis 11 Uhr
  • Aufbau eines städtischen Eigenbetriebs für den öffentlichen Güternahverkehr (ÖGNV)
  • Umnutzung der öffentlichen Tiefgaragen und Parkhäuser im Kernstadtbereich (neben Abstell- und Ladeflächen für Emissionen reduzierte Fahrzeuge Umwandlung in Güterverteilstationen und Wohnraum)
  • kostenfreie Busnutzung innerhalb der gelben Zone (94 Bushaltestellen)
  • Ausweitung der o.g. Maßnahmen auf die gelbe Zone

Eine der größten und dringlichsten Aufgaben für die zukunftsweisende Stadtentwicklung Münsters ist die ökologisch und sozial verträgliche Organisation der Mobilität der Menschen und ihrer Güter in Münster und den umliegenden Gemeinden. Menschen, die den Innenstadtbereich Münsters zur Arbeit, zur Ausbildung, zur Freizeitgestaltung oder zur Versorgung (Einkauf) aufsuchen, ist die persönliche Umstellung auf Fuß-, Radverkehr oder Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) innerhalb der Innenstadt und auch seiner Randbereiche eine sofort umsetzbare Perspektive.

Der unter Regie der Stadtwerke organisierte ÖPNV im gelb umrandeten Stadtgebiet muss dafür möglichst bald kostenfrei nutzbar sein. Dazu ist angesichts der zu erwartenden Fahrgastzunahme der Bustakt zu verdichten. Zudem sind gegebenenfalls neue Linien einzurichten, um dem erhöhten Nutzeraufkommen gerecht zu werden.

Wirtschaftlich ist die Innenstadt für Münster von erheblicher Bedeutung für die Stadt, weshalb der Güterverkehr in diesem Sektor mit viel Anlieferverkehr und natürlich auch dem Abtransport der erworbenen Waren durch die Kunden, sofern der Einkauf nicht direkt mitgenommen werden kann, organisiert werden muss. Dazu schlägt "Münster ist bunt!" die Schaffung eines kommunalen, öffentlichen Güternahverkehrs mit Linienverkehr, Paketstationen und digital organisiertem Individualservice mit Anlieferung zur Haustür vor. Dieser öffentliche Güternahverkehr (ÖGNV) gehört zur Daseinsvorsorge und sollte deshalb von einem Eigenbetrieb der Stadt Münster betrieben werden. Wie der ÖPNV muss der kommunale Betrieb mit örtlichen Partnern, bevorzugt kollektiv oder gemeinnützig arbeitenden Unternehmen oder Soloselbständige zusammenarbeiten. Zudem ist eine enge Kooperation des neuen Eigenbetriebs mit den Städten und Gemeinden im Münsterland ist anzustreben.

Die Parkhäuser in Münsters Innenstadt, sofern sie nicht für emissionsfreie Fahrzeuge als Stellplatz benötigt werden, können als kommunale Güterverteilpunkte genutzt werden. Dafür sind besonders die vorhandenen Tiefgaragen geeignet. Hochbauten, wie zum Beispiel rund um den Hauptbahnhof oder auch an der Engelenschanze können, da der MIV (motorisierter Individualverkehr) im Zentrum stark zurückgehen wird, gegebenenfalls in Wohnraum umgebaut werden.

Zukünftig erfolgt dann sowohl die Warenanlieferung wie auch, wenn von den Kunden gewünscht, der Warenabtransport über den öffentlichen Güternahverkehr (ÖGNV).

Natürlich reicht es für eine klimagerechte Zukunftsstadt nicht aus, nur die mobilitätsbedingten Emissionen zu senken. Emissionen aus Haushalten, Betrieben, Geschäften, Verwaltung und sonstigen Gebäuden sind unter anderem durch Nutzung von Solarenergie, Fernwärme und Blockheizkraft zu minimieren.

Weitere Infos im Netz unter www.münster-ist-bunt.de.

Terminhinweis

Am kommenden Montag (27.01.) wird das Konzept "immissionsarme Innenstadt" von "Münster ist bunt!" um 20 Uhr im Rumpelstübchen – dem Vierteltreff für Rumphorst (Mecklenburger Straße 19 / Ecke Rostockweg) vorgestellt und mit den Teilnehmern diskutiert.

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