
Münster nimmt Abschied von den Toten Hosen
Nach fast 45 Jahren Bandgeschichte sind die Toten Hosen auf großer Abschiedstour. Gestern Abend (02.09.) spielte die Kult-Punkrock-Band ihr wohl letztes Konzert in Münster.
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"Trink aus, wir müssen gehen!" - so heißt die Abschiedstour der Toten Hosen. Gestern Abend (02.09.) begeisterte die Düsseldorfer Punkrock-Band Münster. Das Open-Air-Konzert auf dem Festivalgelände des MCC Halle Münsterland war ausverkauft. Gogol Bordello und Deine Cousine stimmten das Publikum auf den Abend ein. Danach übernahmen Campino, Kuddel, Andi, Breiti und Vom. 25.000 Fans feierten die Hosen. Die Band spielte bekannte Klassiker wie "Tage wie diese", "Bonnie & Clyde" und "Hier kommt Alex", aber auch neue Songs wurden performt. Das neueste und letzte Studioalbum der Toten Hosen heißt wie die Abschiedstour "Trink aus, wir müssen gehen!". Es kam Ende Mai dieses Jahres raus. Die Toten Hosen:
Mit alten und neuen Liedern losziehen und jeden Abend so spielen, als wäre es unser letzter!
Die Opel-Gang fährt noch einmal vor
Campino stellte sich vor mit "Wir sind die Jungs von der Opel-Gang" - eine Anspielung auf den Titelsong ihres ersten Albums von 1983. Damals waren sie ein paar junge, unbekannte Punks aus Düsseldorf. "Wie es begann - Ratinger Hof", heißt es im neuen Song "Trink aus". Niemand konnte ahnen, dass die Band einmal mehr als 18 Millionen Tonträger verkaufen, die großen Bühnen des Landes füllen und bis nach Argentinien touren würden. Den regulären Teil des Konzerts beendeten die Hosen schließlich mit "Hier kommt Alex". Der Song stammt vom 1988 erschienenen Album "Ein kleines bisschen Horrorshow", mit dem der Band der große kommerzielle Durchbruch gelang.
Was früher einmal war - und was geblieben ist
Als die Hosen "Was früher einmal war" in Münster spielten, wurde der Abend für einen Moment deutlich melancholischer. Campino blickt darin zurück auf die Anfangszeit der Band: auf neue Namen und ein neues Leben, auf offene Türen, jugendlichen Übermut und eine Zukunft, über die sich damals kaum jemand Gedanken machte. Mit "Schlechte Nachbarn" und "Was ist mit uns los" wurde der Abend - wie bei der Band gewohnt - politisch. Die Hosen wenden sich gegen Abschottung, Nationalismus und rechte Stimmungsmache. Ein besonderes Ausrufezeichen setzten sie, indem sie die Münsteraner Band Alphaville auf die Bühne geholt haben, nachdem sie bei dem "Glücksgefühle"-Festival ausgeschlossen wurden.
Zwei Dutzende Konzerte in Deutschland, Österreich und Luxemburg
Im Laufe der kommenden Monate sind fast zwei Dutzend weitere Tote Hosen-Konzerte in Deutschland, Österreich und Luxemburg geplant. Das voraussichtlich letzte Stadionkonzert der Band - wie könnte es anders sein - ist im Juli 2027 in Düsseldorf geplant; der Heimatstadt der Toten Hosen. Sänger Campino wird dann 65 Jahre alt sein.
Hosen mit Münster-Bezug
Ganz fremd ist Münster den Düsseldorfern nicht: Gitarrist Andreas "Kuddel" von Holst wurde in Münster geboren. Und: Das neue Album hat einen Münsterland-Bezug: Die Hosen arbeiteten dafür in den Principal Studios in Senden - einem alten westfälischen Bauernhof, der zum Tonstudio umgebaut wurde. Auch live waren die Hosen immer wieder in Münster: 1984, 1985 und 1987 spielten sie im Odeon, 1989 gleich an zwei Abenden im Jovel. Es folgten Konzerte in der alten Halle Münsterland 1990, 1994 und 1996, 2000 ein Auftritt in der Messehalle und 2002 und 2005 nochmals in der alten Halle Münsterland. Das Open Air-Konzert gestern (02.09.) auf dem MCC Festivalgelände war damit das 12. Konzert der Band in Münster - das erste seit 21 Jahren und wohl auch das letzte. Zu diesem besonderen Anlass durfte der langjähriger Freund der Band - Ingo Donot - natürlich nicht fehlen.
Kapitel deutscher Rock- und Punkgeschichte endet
Mit der Abschiedstour der Hosen endet ein Kapitel deutscher Rock- und Punkgeschichte. Seit den frühen 80er Jahren gehört die Düsseldorfer Band zu den prägenden deutschen Rockbands. Ihr Debüt-Album "Open Gang" erschien 1983 - da waren Sänger Campino und die anderen Gründungsmitglieder fast alle noch Schüler.
1983 hieß es: "Wir sind die Jungs von der Opel-Gang".
2026 heißt es: "Trink aus, wir müssen gehen!".
Dazwischen liegen 43 Jahre Toten Hosen.
In dem Sinne: "Schönen Gruß und auf Wiederseh'n."
Auf der Seite von den Toten Hosen (Jochens kleine Plattenfirma) findet ihr weitere Infos zur "Trink Aus! Wir Müssen Gehen"-Abschiedstour der Toten Hosen.












