
Münster im Griff der Omikron-Variante
Am Mittwoch (05.01.) gibt es in Münster 30 Infizierte mehr als am Dienstag. Die Stadt meldet 187 neue Corona-Fälle, aber auch 157 Genesungen.
Veröffentlicht: Mittwoch, 05.01.2022 12:00
669 Ansteckungen mit der Omikron-Virusvariante wurden seit Anfang Dezember nachgewiesen. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen. Denn:
- Nicht alle Labore, die positive PCR-Tests auswerten, verfügten in den zurückliegenden Wochen über die entsprechenden Voraussetzungen zur Bestimmung dieser Virusvariante.
- Zudem wird nicht jede nachweisbare Infektion auch auf ihren Virustyp hin geprüft. Sprich: Zahlreiche weitere Ansteckungen dieses Typs sind wahrscheinlich erfolgt, können jedoch nicht als solche ausgewiesen werden.
"Diese Problematik besteht bundesweit", sagt Gesundheitsamtsleiter Dr. Norbert Schulze Kalthoff.
Allerdings ist diese Variante auch nicht alleinige Begründung für die beständig steigenden Infektionszahlen in Münster. Viele Bürger:innen sind im Austausch mit anderen Personen unvorsichtiger geworden, auch die Feiertage haben wahrscheinlich ihren Teil zur aktuellen Lage beigetragen. "Zwar ist ein Großteil der Bevölkerung vollständig geimpft und geboostert - hat somit also deutlich bessere Voraussetzungen, eine Infektion mit milden Symptomen zu überstehen -, dennoch gibt es noch immer viele Nicht- oder nur unvollständig Geimpfte, die ein höheres Risiko einer schweren Erkrankung mit sich tragen."
Die Zahlen vom Mittwoch (05.01.)
- Registrierte Neuinfektionen: 187
- Aktuell infizierte Münsteraner:innen: 1.663
- Gesamtzahl aller labordiagnostisch bestätigten Fälle: 15.808
- Gesamtzahl aller genesenen Patient:innen: 14.004
- An/mit Corona gestorbene Personen: 141
- Erstgemeldete Inzidenz laut RKI: 273,4
- Covid-Patient:innen in münsterschen Krankenhäusern: 32, davon auf Intensivstation: 12, davon beatmet: 10
Spontane Impfung im Jovel
Spontane Impfung ohne Anmeldung: In der Impfstelle Jovel am Albersloher Weg gibt es aktuell - parallel zu einer Sonderimpfaktion von Jobcenter, Sozial- und Gesundheitsamt - noch zahlreiche Möglichkeiten zum Boostern oder zur Grundimmunisierung. Eine vorherige Terminbuchung ist am Mittwoch (05.) und Donnerstag (06.01.) nicht nötig. Wer älter als 16 Jahre ist und spontan vorbeikommen möchte, sollte seine Gesundheitskarte parat haben, bestmöglich auch den Impfausweis. Das Jovel ist an beiden Tagen von 9 bis 20:30 Uhr zugänglich.
Gesundheitsamt kommt kaum hinterher
Die Kontaktpersonennachverfolgung im Gesundheitsamt hat inzwischen einen kritischen Punkt überschritten. Trotz personeller Verstärkung, weiterer Optimierung von Verfahren und Priorisierung von Aufgaben können nicht mehr alle engen Kontaktpersonen von Infizierten kontaktiert werden. Hier liegt daher der Schwerpunkt der Bearbeitung bei den vulnerablen Personengruppen und Einrichtungen, um erwartungsgemäß schwere Krankheitsverläufe zu verhindern.
Das Gesundheitsamt wiederholt in diesem Zusammenhang den Appell, bestehende Regelungen der Corona-Test- und Quarantäneverordnung eigenverantwortlich und umgehend umzusetzen: Personen, die sich wegen Erkältungssymptomen oder einem positiven Schnell- einem PCR-Test unterzogen haben, müssen sich bis zum Vorliegen des Testergebnisses in Quarantäne begeben. Bei einem positiven PCR-Testergebnis sind sie gehalten, unverzüglich alle Personen zu unterrichten, zu denen in den letzten vier Tagen vor der Durchführung des Tests oder seit Durchführung des Tests ein enger persönlicher Kontakt bestand.
Dies sind diejenigen Personen, zu denen für einen Zeitraum von mehr als zehn Minuten und mit einem Abstand von weniger als 1,5 Metern ein Kontakt ohne das beiderseitige Tragen einer Maske bestand oder Personen, mit denen ein schlecht oder nicht belüfteter Raum über eine längere Zeit geteilt wurde. Enge Kontaktpersonen müssen sich gemäß der derzeit noch gültigen Test- und Quarantäneverordnung bei Symptomfreiheit nicht in Quarantäne begeben, wenn sie vollständig geimpft oder genesen sind. Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass sich die Empfehlungen zum Ende der Woche wieder ändern, da die Omikronvariante inzwischen dominiert.
"Wir erwarten eine Verkürzung der Quarantäne- und Isolationszeiten, verbunden mit erweiterten Testpflichten sowie eine stärkere Berücksichtigung des Geboostertenstatus", so Dr. Schulze Kalthoff, "die vorsorgliche Selbstisolation hat angesichts der massiven Infektionslage absolute Priorität."
Weitere Informationen zum Thema im Webportal der Stadt Münster.
