
Münster: Brutale Angriffe nehmen zu
Der brutale Send-Angriff am Samstag passt in den Trend, den die Gewerkschaft der Polizei Münster seit einigen Jahren besorgt beobachtet.
Veröffentlicht: Dienstag, 21.03.2023 05:30
Immer häufiger schrecken einige Menschen in Münster auch vor besonders brutalen Gewalttaten nicht mehr zurück. Diesen Eindruck hat nicht nur Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe nach dem Angriff auf dem Send vergangenes Wochenende geäußert. Diesen Trend beobachtet auch die Gewerkschaft der Polizei hier in Münster, sagt die stellvertretende Vorsitzende Ulrike Sowa im ANTENNE MÜNSTER-Interview.
"Das Absinken der Hemmschwelle ist vor allem für uns von der Polizei deutlich wahrnehmbar. Hier sehen wir ja allein schon die steigende Zahl an Angriffen auf Polizei und Rettungskräfte während der Ausführung ihrer Tätigkeit und der Wahrnehmung ihrer Aufgaben."
Die Krawalle am Aasee, der lebensgefährliche Messer-Angriff auf einen 16-Jährigen auf dem Schlossplatz, der tödliche Angriff auf den trans-Mann Malte C. und nun der tödliche Messer-Angriff auf dem Send - in den vergangenen zwei Jahren gab es allein hier in Münster ständig Fälle brutaler Gewalt. Auffällig dabei ist der Anstieg der Täter jüngeren Alters.
"Blickt man hier mal über die Stadtgrenzen Münsters hinaus, gibt es Straftaten im Bereich der Hauptdelikte, bei denen 11-, 12- oder 13-Jährige von Gleichaltrigen ausgeraubt werden. Das ist schon ein Anzeichen zunehmender Verrohung."
Gewerkschaft der Polizei Münster fordert mehr Kontrollen und konkrete Waffenverbote
Die Suche nach dem Täter, der am Samstagabend einen Mann auf dem Send mit einem Messerhieb tödlich verletzte, geht heute Morgen weiter. Münsters Polizei und Staatsanwaltschaft haben eine Mordkommission eingesetzt. Um künftig Gewalttaten wie diese zu vermeiden, fordert die Gewerkschaft der Polizei Münster mehr Regeln. Denkbar seien beispielsweise streng kontrollierte Waffenverbote auf Festen, bei denen auch Messer tabu sind. Auf Veranstaltungen mit vielen Menschen könnte es zentrale Einlasskontrollen geben.
"Messer sind natürlich die Tatwaffe, die für alle zugänglich sind, weil es für sie eben keinerlei Erlaubnisse bedarf. Waffenverbotszonen könnten an bestimmten Örtlichkeiten eine sinnvolle Maßnahme sein. Oder gegebenenfalls auch Videoüberwachung im öffentlichen Raum könnten hier eine Wirkung zeigen."
