
Mit 1,6 Promille auf dem E-Scooter?
Auf dem Verkehrsgerichtstag diskutieren Fachleute über die Promillegrenze für E-Scooter. Der Vorschlag: Fahrräder und E-Scooter gleich behandeln.
Veröffentlicht: Dienstag, 24.01.2023 12:52
Sind vor einer Fahrt mit dem E-Scooter demnächst zwei oder drei Bier mehr drin? Wenn es nach dem ADAC und einigen anderen Verkehrsexpert:innen geht, schon. Der Automobilclub schlägt vor, die Promillegrenze von jetzt 0,5 Promille auf 1,6 Promille anzuheben. Damit würden E-Scooter nicht mehr wie Autos, sondern wie Fahrräder behandelt. E-Scooter würden schließlich höchstens 20 km/h fahren. Außerdem gibt es wie bei Fahrrädern weder eine Helm- noch eine Führerscheinpflicht, heißt es vom ADAC zur Begründung.
Alkohol auf dem E-Scooter - Eine gute Idee?
Am Morgen (25.01.) hat sich ANTENNE MÜNSTER-Reporter Jannis Weiser auf den Weg zur Polizei Münster gemacht, um selbst einmal auszutesten, wie es sich mit "Alkohol im Blut" auf dem E-Scooter fährt. Dafür konnte er sich eine Promille-/Rauschbrille aufsetzen, um etwa 0,8 beziehungsweise 1,6 Promille zu simulieren.
Schnell war klar: Das mit dem E-Scooter ist keine gute Idee: "Auch wenn ich es wirklich gerne versucht hätte, diesem Risiko wollte ich mich wirklich nicht aussetzen", erklärte Jannis direkt nachdem er den Parkour das erste Mal betreten hatte. Auch die Polizei Münster machte schnell klar: Es wäre einfach zu unverantwortlich, mit solch einer Einschränkung auf einen E-Scooter zu steigen, auch wenn der Versuch in einem nicht-öffentlichen Raum und unter Aufsicht stattgefunden hat.
Im Gespräch mit ANTENNE MÜNSTER-Morningshow-Moderator Jonas Menke hat Jannis kurze Zeit später erzählt, wie er das Selbstexperiment erlebt hat:
Am Ende bleibt die klare Botschaft: (Zu viel) Alkohol, egal auf welchem Verkehrsmittel, ist nicht gut - für sich selbst und natürlich auch für andere. Die Polizei Münster klärt darüber regelmäßig auf - unter anderem in dem sie etwa Schüler:innen oder Studierenden die Erfahrung mit der Promillebrille ermöglichen. "Der beste Unfall für uns ist der, der gar nicht erst passiert", erklärt Michael Volmer von der Verkehrsprävention.
Gemischte Reaktionen aus Münster
Eine Umfrage auf der ANTENNE MÜNSTER-Facebookseite und auf Instagram zeigt: E-Scooter fahren mit 1,6 Promille halten viele für zu gefährlich. Hörer Frank schreibt zum Beispiel:
Ähm, von 0,5 auf 1,6 Promille? Bei 1,6 Promille können die meisten Menschen nur noch krabbeln!
Und Hörerin Mareike findet:
Es sollte bei einem Fahrzeug, egal ob Auto, Rad oder Scooter kein Alkohol im Spiel sein!
Ähnlich sieht es Christoph Becker von der Verkehrswacht Münster. Auch er sieht eine Promillegrenze von 1,6 für E-Scooter im ANTENN MÜNSTER-Interview kritisch:
Beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) kommt die Idee, Fahrräder und E-Scooter in Sachen Promillegrenze gleichzusetzen, grundsätzlich gut an - allerdings mit einer Einschränkung. 1,6 sei viel zu hoch, sagt Peter Wolter vom ADFC im ANTENNE MÜNSTER-Interview. Er schlägt stattdessen eine Grenze von 1,1 Promille für Fahrräder und E-Scooter vor:



