
Missbrauch: Angeklagte schweigen weiter
Am zweiten Prozesstag rund um den Missbrauchskomplex von Münster halten sich die fünf Angeklagten offenbar weiter bedeckt. Das würde bedeuten, dass die missbrauchten Kinder als Zeugen aussagen müssen.
Veröffentlicht: Freitag, 13.11.2020 10:17
Am zweiten Prozesstag hätten die Angeklagten in dem Fall die Möglichkeit gehabt, sich zu den Vorwürfen zu äußern - unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das sollen sie aber nicht getan haben, heißt es aus Gerichtskreisen. Mit ihren Aussagen oder einem Geständnis könnten sie den missbrauchten Kindern eine Aussage vor Gericht ersparen. Am kommenden Donnerstag (19.11.) wird der Prozess weitergeführt. Angeklagt sind insgesamt vier Männer und die Mutter des mutmaßlichen Haupttäters. Sie muss sich wegen Beihilfe verantworten.
Weitere Festnahme
Unterdessen ist ein weiterer Verdächtiger in dem Zusammenhang festgenommen worden. Der Mann ist 35 Jahre alt und kommt aus Heiligenhaus bei Düsseldorf. Genauso wie die Angeklagten im Hauptprozess soll er den Ziehsohn des mutmaßlichen Haupttäters mehrfach vergwaltigt haben - sowohl in seiner eigenen Wohnung als auch in der Gartenlaube in Kinderhaus. Auf die Spur kamen ihm die Ermittler, weil er sich in Handy-Chats mit dem Hauptangeklagten ausgtauscht haben soll. Der Mann ist jetzt in Untersuchungshaft und schweigt bislang zu den Vorwürfen. Insgesamt ermitteln die Behörden im Zusammenhang mit dem Missbrauchskomplex Münster mittlerweile gegen mehr als 30 Männer aus dem In- und Ausland.