
Meranti-Halle begrüßt Besucher
Es ist das bisher größte Projekt für den Allwetterzoo Münster: Nach rund 2,5 Jahren Bauzeit begrüßt die Meranti-Halle heute (23.06) erste Besucher:innen.
Veröffentlicht: Donnerstag, 22.06.2023 11:40
Spatenstich für die Meranti-Halle war im Januar 2021. Keine zweieinhalb Jahre später ist das größte Bauprojekt in der fast 50-jährigen Geschichte des Allwetterzoos abgeschlossen. 21,5 Millionen Euro hat der Bau bisher gekostet. 20 Millionen Euro kamen von der Stadt, den Rest musste der Zoo selbst und über Spenden finanzieren. Die gesamte Halle ist stolze 4.400 Quadratmeter groß, auf 2.500 Quadratmetern davon können Zoo-Besucher:innen ab Freitag (23.06.) die Welt der Tropen entdecken.
Tropenerlebnis mit besonderer Optik
Die Meranti-Halle bildet den tropischen Lebensraum des südamerikanischen Sumpf- und Feuchtgebiets nach. Flora und Fauna können auf mehreren Ebenen mit verschiedenen Untergründen erlebt werden. Eine Brücke und Podeste sorgen für Höhenerlebnisse. Getrennt werden die unterschiedlichen Bereiche in der Halle nicht durch Zäune, Gitter oder Netze, sondern durch natürliche Abstandsräume, Wasser und Glas. Über allem schwebt das transparente Dach, was nicht aus schwerem Glas gebaut wurde, sondern aus extrem dünner Ethylen-Tetrafluorethylen (ETFE) Folie, durch das die Besucher:innen den Himmel sehen können. Eine ganze Menge Beton sorgt für zahlreiche künstlerische Verzierungen und Details an den Fassaden der Halle. So soll das Haupttor mit Gesichtsturm den Eingang eines Tempels darstellen. Durch Illusionsmalerei bekommt die Halle zusätzlich mehr Tiefe und wirkt lebendiger.
Europaweit einzigartiges Energiekonzept
Die neue Halle ist Europas erste regenerative Tropen-Halle. Sie wird komplett klimaneutral mit Erdwärme betrieben. Die Wärme wird über zwei Sondenfelder aus der Erde gewonnen, dafür wurden mit 34 Bohrungen in 250 Meter Tiefe Erdwärmesonden eingebaut. Photovoltaik sorgt für den notwendigen Strom. Regenwasser vom Dach wird aufbereitet und kommt zum Beispiel bei den Beregnungsanlagen für die Pflanzen zum Einsatz. Somit ist auch die Wasserversorgung der Halle fast autark. Das ETFE-Dach sorgt zudem dafür, dass die warme Luft in der Halle nicht nach außen dringen kann. So wird das tropische Klima für Tiere und Pflanzen optimal gehalten.
Tier- und Pflanzenwelt
Den Namen hat die Meranti-Halle übrigens vom Meranti-Baum. Er gehört zu einer Gruppe von tropischen Laubhölzern und ist ein wahrer Urwaldriese. Er selbst findet sich jedoch nicht in der Halle. Dafür wurden aber zahlreiche andere typische Tropenbäume in der Halle gepflanzt, darunter Mangroven, Banyan-Feigen oder auch der Buddhabaum und die Bergpalme. Neben den Bäumen wachsen noch tausende weitere Pflanzen in der Halle. Orchideen, Wasserpflanzen und robuste Gehölze machen das Tropenfeeling komplett.
Natürlich dürfen auch die tierischen Bewohner nicht fehlen. Besucher:innen finden hier Tapire, Ameisenbären, Faultiere, Brüllaffen, Ringelschwanzmungos und Rote Varis, eine Lemuren-Art. Schildkröten, chinesische Krokodilschwanzechsen, Frösche, Königpythons und viele verschiedene Vögel können ebenfalls entdeckt werden. Eines der vielen Highlights: Die drei dort wohnhaften Riesenotter können in der Unterwasserwelt mit eigener Rutsche beobachtet werden. Bis alle Tiere in der neuen Tropenhalle zu sehen sind kann es allerdings noch etwas dauern.














