Mehrmals verurteilter Priester jahrelang weiter im Amt

Das Bistum Münster ist dabei, einen aufsehenerregenden Missbrauchsfall aufzuklären. Es geht um einen Priester, der zweimal wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde und trotzdem weiter als Seelsorger tätig war.

Es handelt sich um einen Priester des Erzbistums Köln, der aber auch im Bistum Münster tätig war. Der Mann war bereits 1972 wegen „fortgesetzter Unzucht mit Kindern und Abhängigen“ zu einer Haftstrafe verurteilt worden und 1988 wegen sexueller Handlungen an Minderjährigen zu einer Bewährungsstrafe, dennoch wirkte er über Jahrzehnte weiter als Priester in mehreren Bistümern. Das teilt das Bistum Münster mit. Der heute 85-jährige Priester sei seit 2002 im Ruhestand und inzwischen nicht mehr in der Seelsorge tätig. 

Peter Frings, der Interventionsbeauftragte des Bistums Münster, sei im Mai 2019 durch ein Schreiben auf den Fall aufmerksam gemacht worden. Das Erzbistum Köln habe daraufhin der Rechtsanwaltskanzlei in München, die seit Anfang 2019 alle Fälle von sexuellen Missbrauch des Erzbistums untersucht, auch das Aktenmaterial der anderen Bistümer für diesen Fall zur Verfügung gestellt. Die Kanzlei solle prüfen, wer von den Verantwortlichen der betroffenen Bistümer worüber informiert war und wer welche Entscheidungen getroffen hat. Die genauen Ergebnisse der Untersuchung sollen im Frühjahr 2020 der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Der Priester war u.a. als Seelsorger in Westerkappeln und Bocholt, sowie in der Schulabteilung des Generalvikariats Münster tätig. Mögliche Opfer von damals sollen sich beim Bistum Münster melden.

Ansprechpartner im Bistum Münster

Bernadette Böcker-Kock: 0151 63404738

Bardo Schaffner: 0151 43816695

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