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Mehr Unfälle beim Handwerken
© Foto: UKM
Kaum noch etwas zu sehen: Der replantierte Daumen von Thomas Peters (l.) auf dem Monitor direkt nach der Operation von Prof. Dr. Martin Langer und das Ergebnis neun Wochen später.
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Mehr Unfälle beim Handwerken

Handwerken hat im Moment Hochbetrieb. Vor allem Hobby-Handwerker werkeln während der Corona-Krise mehr als sonst. Das merken auch die Unfallchirurgen an der Unikinik Münster.


Veröffentlicht: Donnerstag, 25.06.2020 13:08

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Thomas Peters wollte nur "eben schnell" mal einen Bohrer einspannen und da war es schon passiert: Sein Handschuh verfängt sich, die Fasern werden durch die Rotation des Bohrers zu einer gefährlichen Schlinge und trennen seinen linken Daumen ab. Eigentlich kennt Peters als Rolladen- und Jalousiebauer den Grundsatz "Niemals mit Handschuhen an den Bohrer" im Schlaf. Die Handschuhe trug er nur, um sich bei der Arbeit möglichst gut vor einer Infektion mit dem Corona-Virus zu schützen:

Es waren Hundertstelsekunden, ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und ich hätte nie gedacht, dass mir mal so etwas passiert.

Keine zwei Stunden später liegt er bereits auf dem OP-Tisch von Prof. Dr. Martin Langer. Er ist Handchirurg am UKM. Viele bezeichnen ihn als Meister seines Fachs, der in seiner Freizeit Insekten präpariert - als Übung für mikrochirurgischen Eingriffe. Davon gibt es seit dem Lockdowns vor gut drei Monaten deutlich mehr, sagt Prof. Dr. Langer:

Derzeit spüren wir hier in der Klinik deutlich, dass es mehr Verletzungen von Heim- und Handwerkern gibt, da sich teils Arbeitsabläufe durch Corona verändert haben, wie das Beispiel von Herrn Peters zeigt, und außerdem die Menschen mehr Zeit zuhause verbringen und verstärkt am Haus und im Garten arbeiten

Im Fall von Thomas Peters ist am Ende alles glimpflich ausgegangen. Die OP ist gut verlaufen, auch wenn das Mittelgelenk des Daumens versteift werden musste. Schon bald wird er wieder als Handwerker arbeiten können und ist froh, mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein:

Dass ich schon bald wieder in meinem Beruf arbeiten kann, einen Fahrradlenker umfassen kann, dafür bin ich sehr dankbar und total glücklich.
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