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Mehr Übergriffe auf Mitarbeitende der Stadt
© Stadt Münster
30 Übergriffe auf Rettungskräfte in 2023.
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Mehr Übergriffe auf Mitarbeitende der Stadt

Die Zahl der Übergriffe auf Mitarbeitende der Stadt ist auf ein Rekordhoch gestiegen. Das hat die Stadt Münster jetzt mitgeteilt.

Veröffentlicht: Donnerstag, 04.04.2024 13:30

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Nach drei Jahren mit bis zu 70 Übergriffen gab es im vergangenen Jahr 114 Übergriffe, so viele wie nie zuvor, teilt die Stadt Münster mit. Oberbürgermeister Markus Lewe:

Gewalt gegen Einsatzkräfte und Mitarbeitende der Stadtverwaltung – in welcher Form sie auch immer ausgeübt wird – ist absolut inakzeptabel. Zum Schutz unserer Beschäftigten, aber auch der Menschen, die unsere Dienstleistungen in Anspruch nehmen, ist es unser oberstes Ziel, ein sicheres Umfeld für den Dienst an unserem Gemeinwesen zu gewährleisten. Wir entwickeln deshalb die Präventions- und Nachsorgeangebote kontinuierlich weiter.
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Feuerwehr am meisten von Übergriffen betroffen

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Die Feuerwehr war im vergangenen Jahr mit 30 gemeldeten Übergriffen am stärksten betroffen, das Jobcenter mit 21 gemeldeten Vorfällen, das Sozialamt mit 17, das Ordnungsamt mit 12 sowie die Abfallwirtschaftsbetriebe mit 11 gemeldeten Vorfällen. Die meisten Fälle ordneten die Mitarbeitenden der zweithöchsten von fünf Stufen zu. Dazu zählen etwa Körperverletzung, Nötigung, Bedrohung oder die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Mehr als 75 Prozent der Übergriffe erfolgten durch Männer.

Im ANTENNE MÜNSTER-Interview mit Moderator Jannis Weiser erzählt der Leiter der Feuerwehr Münster, Gottfried Wingler-Scholz, von Fällen verbaler und körperlicher Gewalt an Rettungskräften und wie diese damit umgehen:

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ANTENNE MÜNSTER-Moderator Jannis Weiser
Wingler-Scholz im Interview
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30 Übergriffe auf Rettungskräfte

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Besonders stark ist der Anstieg der Gewaltvorfällen beim Rettungsdienst der Feuerwehr. Die Zahl der gemeldeten Übergriffe stieg von neun im Jahr 2022 auf 30 im vergangenen Jahr. Die Täter:innen waren offenbar alkoholisiert. Personal- und Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer:

Wer unsere Mitarbeitenden angreift, gefährdet den sozialen Frieden und muss die Härte des Rechtssystems zu spüren bekommen. Das ist auch der klare Wunsch der Opfer. Das Thema stehe in Besprechungen mit Polizei und Staatsanwaltschaft auf der Tagesordnung.

Zugleich sieht Heuer die Stadt als Arbeitgeberin in der Pflicht: So wurde im vergangenen Jahr bei der Feuerwehr ein neues System eingeführt, mit dem Rettungskräfte Übergriffe niedrigschwellig schon vom Einsatzort online melden können. Dadurch sollen die Vorfälle möglichst lückenlos erfasst und den Betroffenen in der Folge besser geholfen werden. Das geschieht durch zeitnahe Nachbesprechungen mit Führungskräften und einem psychosozialen Unterstützungsteam, aber auch durch Hilfen beim Stellen von Unfall- oder Strafanzeigen.

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Prävention und Nachsorge

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Die Stadt unterstützt Betroffene auf mehreren Wegen. Die betriebliche Sozialberatung bietet den Mitarbeitenden unmittelbar ein Gespräch an, teilt die Stadt mit. Zur Nachsorge empfiehlt die Stadt, nach jedem Vorfall eine Unfallanzeige zu erstellen, sodass über die zuständige Unfallkasse schnell und unkompliziert psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch genommen werden kann. Neu ist eine stadtinterne digitale Plattform zur Unterstützung der mentalen Gesundheit. Dort können Mitarbeitende sowohl Ansprechpersonen innerhalb der Verwaltung als auch externe Psycholog:innen kontaktieren und eine Beratung in Anspruch nehmen.

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