Medikamenten-Engpass wird größer
Lieferengpässe bei Medikamenten sind zu einem Dauerproblem für Apotheken geworden. Etwa 1.000 Arzneimittel sind aktuell nicht lieferbar.
Veröffentlicht: Dienstag, 16.05.2023 06:00
Der Apothekerverband Westfalen-Lippe aus Münster hat erneut auf die dramatische Lage aufmerksam gemacht. Um die Menschen überhaupt noch adäquat versorgen zu können, fordern die Apotheker:innen, eine Ausnahmeregelung zur Dauereinrichtung zu machen. Während der Corona-Pandemie war es ihnen gestattet, wirkgleiche Präparate abzugeben und das mit allen Krankenkassen abzurechnen. Das müsse immer und für alle Patient:innen gelten, so der Apothekerverband. Denn aktuell sei jedes zweite Rezept von einem Engpass betroffen. Mangelware sind demnach weiterhin vor allem Fiebersäfte, Schmerzmittel und Antibiotika.
Protesttag
Wegen eines "Protesttags" gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung sollen am 14. Juni viele Apotheken in Deutschland geschlossen bleiben. "Anstatt die flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln über die Apotheken vor Ort zu stabilisieren, wird sie geschwächt", sagte die Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Gabriele Regina Overwiening aus Reken. Die Arzneimittelversorgung soll an dem Protesttag über Notdienstapotheken aufrechterhalten bleiben.
Die Branche fordert unter anderem Honoraranhebungen. Die Zahl der Apotheken fiel zuletzt unter die Marke von 18.000. Ende März gab es bundesweit noch 17.939 Apotheken - das war der niedrigste Stand seit mehr als 40 Jahren. Erfasst werden Hauptapotheken und Filialen, von denen Apotheker:innen bis zu drei betreiben können.