
Literatur und Film Festival Münster startet
Das Literatur und Film Festival Münster (LITFILMS) widmet sich als deutschlandweit erstes Filmfest dem Spannungsfeld zwischen Literatur und Film. Ihr könnt es von heute (18.09.) bis zum 27. September besuchen.
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Wo Wort auf Leinwand trifft: Heute (18.09.) startet das Literatur Film Festival Münster (LITFILMS); zum vierten Mal könnt ihr euch auf ein vielseitiges Kultur-Angebot in Münster freuen. Bis nächste Woche Sonntag (27.09.) verbindet das Programm großes Kino mit literarischen Entdeckungen. Und möchte mit einer neuen Wettbewerbssparte eine noch größere Vielfalt für den Filmnachwuchs bieten. Außerdem möchten die Festival-Macher:innen wichtige Impulse für die Filmregion Westfalen setzen.
Zentrale Wettbewerb "Literaturadaption"
Im zentralen Wettbewerb "Literaturadaption" konkurrieren sechs aktuelle Spielfilme um den Hauptpreis; von der klassischen Novelle über zeitgenössische Romane bis hin zu modernen Interpretationen einer griechischen Tragödie. Den Auftakt macht "Drei Kameradinnen" von Milena Aboyan. Und mit "Three Goodbyes" geht der neue Film der baskischen Regisseurin Isabel Coixet ins Rennen, ebenso wie ein Publikumspreisgewinner aus Cannes, das britische Ensembledrama "I See Buildings Fall Like Lightning" von Clio Barnard. Und das kommt nicht oft vor: Ihr könnt auch einen Spielfilm komplett auf Walisisch sehen, mit der zeitgenössischen Iphigenie-Adaption "Effi o Blaenau" und den neuen Film des niederländischen Oscar-Preisträgers Mike van Diem, "Our Girls" mit Thekla Reuten. Abgerundet wird der Wettbewerb mit der Deutschlandpremiere von "Late Fame" mit Willem Dafoe, der eine Schnitzler-Novelle gekonnt in der New Yorker Künstlerbohème verortet.
Eine Fachjury (die Schauspielerin und Autorin Anna Brüggemann, der Filmemacher Fränz Hausemer und die Autorin und Verlegerin Elte Rauch) zeichnet am Abschlussabend des Festivals (27.09.) um 20:00 Uhr im Schloßtheater, den besten Film aus, er ist dotiert mit einem Preisgeld von 5.000 Euro.
Premiere für den Kurzfilm-Wettbewerb "LIT.shorts"
Bei der LITFILMS-Ausgabe von vor zwei Jahren kamen die Kurzfilme gut an. Deswegen hat sich das Orga-Team für dieses Jahr folgendes überlegt: Erstmals gibt es dieses Mal den Wettbewerb "LIT.shorts". Ihr könnt euch Kurzfilme anschauen, die sich unterschiedlich mit Literatur auseinandersetzen. Und im Anschluss könnt ihr direkt entscheiden: Per Voting wird der beste Film ausgewählt. Für den Siegerfilm gibt es ein Preisgeld im Höhe von 500 Euro und eine professionelle Untertitelung für ein Filmprojekt, gestiftet von der Untertitel-Werkstatt Münster.
Einblicke und Debatten bei "LIT.dok"
Die Dokumentarfilmreihe "LIT.dok" wirft einen Blick hinter die Kulissen der Buchwelt. Die diesjährige Auswahl widmet sich den vielschichtigen Facetten des literarischen Schaffens und dessen gesellschaftlicher Wirkung. Neben biografischen Porträts über literarische Größen wie George Orwell, Ingeborg Bachmann, Salman Rushdie und Paul Bowles greift die Reihe aktuelle Diskurse auf. Diskutiert werden Fragen zur Autorenschaft, die gesellschaftliche Ächtung von Texten und existenzielle Fragen über Leben und Tod.
Hommage an Elfriede Jelinek zum 80. Geburtstag
Anlässlich des bevorstehenden 80. Geburtstags der österreichischen Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek im Oktober widmet das LITFILMs der Autorin eine umfassende Hommage. Als exklusive Previews werden zwei aktuelle Produktionen gezeigt: "Liebhaberinnen" (basierend auf ihrem filmischen Durchbruchsroman von 1975) und Ulrike Ottingers "Die Blutgräfin", für den Jelinek an den Dialogen mitwirkte. Außerdem die Ulrich-Seidl-Produktion "Die Kinder der Toten" und Werner Schroeters Verfilmung von Ingeborg Bachmanns "Malina" (Drehbuch von Jelinek) in einer neu restaurierten Fassung.
Filmlesungen und Live-Performances
Also ihr merkt schon: Es wird einiges auf die Leinwand des Schloßtheaters kommen. Aber nicht nur dort gibt es Kultur zu erleben. Unter anderem gibt es auch Lesungen: Die Schauspielerin Judith Hoersch, der Drehbuchautor Constantin Lieb und der Filmemacher David Vajda präsentieren jeweils ihre Debütromane. Die Autorin und Filmemacherin Tamar Noort stellt ihren zweiten Roman vor, während Rike Reiniger in ihrer Romanbiografie auf das Leben der Trickfilmpionierin Lotte Reiniger blickt. Außerdem wirft Son Lewandowski (Residenzkünstlerin des Festivals 2024) einen Blick hinter die Kulissen des Leistungsturnens. Für einen humorvoll-analytischen Abend sorgen die Autorinnen und Podcasterinnen Anja Rützel und Annika Brockschmidt, die das Männerbild in den Werken von Jane Austen sezieren.
Kreativ und inklusiv: Workshops und Kooperationen
Schon im Vorfeld des Festivals stand die filmisch-literarische Praxis im Mittelpunkt. In Kooperation mit dem Kulturrucksack Münster, der Lebenshilfe Münster e.V. und der Münster School of Design sind Kurzfilme mit literarischen Bezügen entstanden, die beim Festival ihre Premiere feiern. Zu den Highlights gehört das künstlerisch-dokumentarische Projekt "Auf die Plätze" (inspiriert von Georges Perec), das das Flüchtige des Alltags einfängt, teilen die Organisator:innen mit. In einem intensiven Stoffentwicklungsworkshop unter der Leitung von Autor und Regisseur Mark Lorei erarbeiteten die Teilnehmenden filmische Ansätze zu Märchen, Mythen und Sagen aus dem Münsterland.
Branchentreff: Netzwerktag Drehbuchadaption
Unter dem Leitmotiv "Die Kunst der Transformation" widmet das Festival der Literaturadaption einen eigenen Fachtag. Das Branchen-Event beleuchtet die Hürden und Herausforderungen beim Transfer vom Buch zum Film und liefert Impulse, wie gelungene Adaptionen auch in Westfalen und abseits großer Bestseller realisiert werden können. Das Programm bietet Filmschaffenden und Interessierten ein Filmfrühstück, Keynotes, Panels, praxisnahe Case Studies sowie eine Pitching Session. Ausreichend Zeit für Networking und Austausch rundet den Tag ab, bevor es am Abend gemeinsam ins Kino geht.
Zukunftsvisionen: Das "Artists in Residence"-Duo
Aus insgesamt 71 Bewerbungen wurden die Filmemacherin Aïsha Noomi Stief und der Autor Conrad Dreyer für das dreimonatige Residenz-Stipendium in Münster und dem Münsterland ausgewählt. Während ihres Aufenthalts hat das Duo das Projekt 14+1 Wege mit Robotern umzugehen realisiert. In Anlehnung an die Struktur eines klassischen Sonettenkranzes schufen sie 14+1 Texte und 14+1 Kurzfilme, die sich kritisch und kreativ mit der Präsenz von Künstlicher Intelligenz und humanoiden Robotern in unserem Alltag auseinandersetzen. Die Ergebnisse dieses intensiven Schaffensprozesses werden beim Festival im Rahmen einer exklusiven Werkschau präsentiert.
Einige Events sind bereits ausverkauft, für andere gibt es noch Tickets. Auf der Seite des LITFILMS kommt ihr zum Spielplan.




