Letzte Vorbereitungen für Großevakuierung

Damit am kommenden Sonntag (20.09.) der Kampfmittelbeseitigungsdienst gleich mehrere Verdachtspunkte möglicher Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg überprüfen und gegebenenfalls die Funde gleich entschärfen kann, hat die Stadt Münster in den vergangenen zehn Wochen viel Vorarbeit geleistet.

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Die Rahmendaten zur größten Evakuierungsmaßnahme in der Geschichte Münsters: 16.000 Menschen leben im Evakuierungsbereich Mauritz, darin – unter anderem – fünf Alteneinrichtungen, ein Hospiz und das St. Franziskus-Hospital. Neben den drei KBD-Teams sind an diesem Wochenende mehr als 1000 Kräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisationen, THW und Polizei im Einsatz. Letztere wird auch einen Hubschrauber zur Überprüfung des Gebietes einsetzen. Insgesamt elf städtische Ämter arbeiten am Sonntag im Krisenstab mit.

Größte Evakuierungsmaßnahme in Münsteraner Geschichte

Nicht nur in der Münsteraner Geschichte, auch in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wird die Evakuierung von Mauritz eine der größten jemals. Wolfgang Heuer, Leiter des Krisenstabs Münster:

Um die Bevölkerung und die Einrichtungen nicht mit mehreren Terminen zu belasten, bündeln wir die einzelnen Überprüfungen zu einer Großmaßnahme.

Oberbürgermeister Markus Lewe hebt im ANTENNE MÜNSTER-Interview den spürbaren Zusammenhalt der münsterschen Bevölkerung hervor:

Die Auswirkungen des Krieges sind noch 75 Jahre danach spürbar. Es ist jetzt wichtig, dass alle Hand in Hand zusammenarbeiten.
Gottfried Wingler-Scholz, Jan Schabacker, Markus Lewe, Klaus Abel, Wolfgang Heuer© ANTENNE MÜNSTER
Gottfried Wingler-Scholz, Jan Schabacker, Markus Lewe, Klaus Abel, Wolfgang Heuer
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Vorbereitungen abgeschlossen

Am Sonntag wird der Zutritt zum Bereich ab 8 Uhr gesperrt, zu diesem Zeitpunkt beginnt auch die Evakuierung. 180 Feuerwehrteams gehen dann von Tür zu Tür, helfen auch Bedürftigen beim Verlassen der Wohnungen, sollte es nötig sein. Zahlreiche Krankentransporte sind bereits vorgeplant.

Die Einrichtungen im betroffenen Bereich haben sich selbst organisiert, greifen dabei auch auf die angebotene Unterstützung anderer Einrichtungen und Krankenhäuser im Stadtgebiet und darüber hinaus zurück. Weitere Personen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf kommen für die Zeit der Evakuierung bei Angehörigen unter. Im St. Franziskus-Hospital muss ein Teil des Gebäudes geräumt werden; ein anderer kann aufgrund einer gutachterlichen Bewertung weiter genutzt werden. Patientinnen und Patienten, die verlegt werden müssen, werden in das Herz-Jesu-Krankenhaus Hiltrup gebracht, die Rückverlegungen beginnen direkt nach der möglichen Entschärfung von Kampfmitteln.

Notunterkünfte eingerichtet

Gleich sechs Notunterkünfte hat die Stadt für Menschen aus dem betroffenen Gebiet hergerichtet, die sonst keine andere Bleibe finden. Für diese Unterkünfte wurden entsprechende Hygiene-Konzepte erstellt. Die elementaren Corona-Regeln gelten auch hier. Menschen, die das Angebot nutzen, werden registriert. In den Einrichtungen wird kontinuierlich und umfassend über das aktuelle Geschehen in Mauritz informiert. Alle weiteren Informationen und Details zum Geschehen sind zu finden auf der Website der Stadt Münster. Auch am Sonntag wird dort und auf den Social-Media-Kanälen der Stadt aktuell informiert. ANTENNE MÜNSTER berichtet am Sonntag in einer Sondersendung ab 8 Uhr morgens.

ANTENNE MÜNSTER-Reporterin Franziska Krämer fasst im Gespräch mit Nachmittagsmoderator Jonas Menke die wichtigsten aktuellen Infos nochmal zusammen:

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