
Kritik am Polizeieinsatz beim Drittliga-Derby
Verein und Fanprojekte haben kein Verständnis für Polizisten bei Einlasskontrollen am Sonntag.
Veröffentlicht: Montag, 22.01.2024 12:56
Bevor das Spiel am Sonntagnachmittag (21.01.) angepfiffen wurde, gab es am Haupteingang erhebliche Verzögerungen, vereinzelt auch. Laut SCP hatte die Polizei kurzfristig entschieden, im Bereich der Materialkontrolle für die Fanszene dabei zu sein. Diese Kontrolle ist aber normalerweise Aufgabe des Ordnungsdienstes und des Vereins. Weil sich die Fanszene nicht von der Polizei kontrollieren lässt, gab einen langen Rückstau und immer mehr Druck auf die Eingänge.
Fanprojekte sparen nicht mit Kritik
Fanhilfe Münster und Fangemeinschaft Preußen Münster sprechen in einer Stellungnahme von "wahllos eingekesselten Preußenfans" und von "Chaos in einer völlig unkoordinierten Einlasssituation". Und weiter: "Eine aggressive Polizeieinheit schwang sich dazu auf, Tickets zu kontrollieren und anlasslos Personalien aufzunehmen. Sichtlich überfordert wurden in dieser Situation auch Frauen und Kinder von der Polizei gestoßen und bedroht. Nur der außerordentlichen Besonnenheit der Preußenfans ist es zu verdanken, dass keine Massenpanik mit schlimmeren Folgen entstand."
Polizei erklärt kurzfristige Entscheidung
Darin heißt es, das Derby sei ein Risikospiel mit rivalisierenden Fanlagern, Es gebe außerdem Erkenntnisse, dass beide Seiten in den vergangenen Woche aneinander geraten waren. Bei einem Preußen-Fanmarsch vor den Spiel über die Hammer Straße in Richtung Stadion hätten sich nun laut Polizei mehrere Personen aus der Gruppe gelöst und zuvor deponierte Rucksäcke aus einem Versteck geholt. Diese Gruppe verweigerte am Stadioneingang eine Kontrolle durch den Ordnungsdienst, die Kontrolle fand nun in Anwesenheit der Polizei statt. Während Verein und Polizei gemeinsam nach Lösungen suchten, hätte die Fanszene weiterhin den Eingang blockiert. Erst als der Ordnungsdienst einen Mitarbeitereingang öffnete und nicht mehr gründlich kontrollierte, beruhigte sich die Lage.
Klärende Gespräche angekündigt
Der Verein hatte vor dem Spiel kein Gefahrenpotenzial gesehen, und wegen der Entwicklung dann eine schnelle Lösung gefordert. Nun wollen Verein und Polizei die Ereignisse aufklären und aufarbeiten.