
Kriminalität: Jung und männlich ist gefährlich
Männliche Jugendliche sind am meisten gefährdet, in ein kriminelles Umfeld abzurutschen. Über die Folgen spricht Kriminalwissenschaftler Dr. Christian Walburg im neuen Uni Podcast.
Veröffentlicht: Dienstag, 05.03.2024 13:00
Jung und männlich: Das sind häufig die Merkmale der Täter von klassischen Gewaltdelikten wie Raubüberfälle oder Diebstähle. Erst mit 18 oder 20 sorgen neue soziale Bindungen durch Ausbildung oder Beruf bei vielen für ein Ende der kriminellen Karriere, so der Wissenschaftler von der Universität Münster. Es sei dann deutlich riskanter und unattraktiver, Straftaten zu begehen.
Walburg: Migration und Gewalt nicht gleichsetzen
Der Rechtswissenschaftler warnte zugleich davor, Einwanderung mit Kriminalität gleichzusetzen. Ungefähr ein Drittel der Asylbewerber sei jung und männlich. Das seien eben kriminalitätsbegünstigende Merkmale, die aber nichts mit der Herkunft zu tun hätten.
Gefängnis ist schlecht für junge Menschen
Zudem blickt der Kriminologe kritisch auf Gefängnisstrafen. „Sie haben erhebliche Nachteile, da ein Gefängnis für junge Menschen ein belastendes und kein entwicklungsförderndes Umfeld ist. Alternative Maßnahmen seien beispielsweise Anti-Gewalt-Trainings oder elektronisch überwachter Hausarrest, der in anderen Ländern wie Österreich bereits praktiziert wird.
Im Podcast der Universität Münster kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen zu Wort. Sie berichten über ihre Forschungsschwerpunkte, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und ihre persönliche Motivation. Alle Folgen sind auf Spotify, Deezer, Apple Podcasts und unter folgendem Link zu hören: https://www.uni-muenster.de/kommunikation/podcast/index.html