
Kranbesetzung nun schon eine Woche
Der "Müllsammler von Kinderhaus" harrt nun schon sieben Tage auf dem Kran an der Hammer Straße aus. Für die meisten Mitmenschen eine Zumutung.
Veröffentlicht: Dienstag, 02.08.2022 04:00
Am vergangenen Montagabend (25.07.) war der psychisch kranke Mann auf den Baukran geklettert. Damit will er offenbar dagegen protestieren, dass die Behörden ihm sein zugemülltes Grundstück in Kinderhaus entrümpelt haben. Was genau uns der 58-Jährige mit seiner waghalsigen Aktion sagen will, und vor allem, wie lange noch, weiß er wohl nur selbst. Länger als beim letzten Mal, im Frühjahr, will er es diesmal auf dem Kran jedenfalls aushalten. Genügend Proviant habe er dabei, tönte er zu Beginn des Unterfangens von oben herab. Das Trinkwasser schien ihm nach sieben Tagen allerdings auszugehen - am Montag (01.08.) wurde er dabei beobachtet, wie er Regenwasser sammelte.
Immer unter Beobachtung
Tagsüber haben Mitarbeitende des Ordnungsamtes den Mann auf dem Kran im Blick, nachts übernimmt das ein Sicherheitsdienst. Die Polizei hat diesmal - anders als im Frühjahr - nichts mit der Bewachung zu tun. Die Staatsanwaltschaft hatte nach Beendigung der damaligen Aktion keinen Grund dafür gesehen, einen Haftbefehl zu beantragen. Mit diesem Wissen ist die jetzige Lage nun als "Gefahrenstelle" bewertet worden. Dafür ist das Ordnungsamt zuständig.
Was andere wollen, juckt ihn nicht
Mittlerweile erwägt die betroffene Baufirma, deren Baustelle nun ein zweites Mal still steht, rechtliche Schritte gegen den Kranbesetzer einzuleiten. Doch das scheint ihn genau so wenig zu beeindrucken wie Anzeigen, Anfeindungen oder Vorladungen, die er offenbar regelrecht sammelt. Der 58-Jährige gilt als juristisch hoch versiert, psychisch krank und vermögend.