
Konjunktur im Handwerk stagniert
Die Corona-Krise wirkt sich deutlich im heimischen Handwerk aus. Laut Frühjahrs-Umfrage der Handwerkskammer Münster stagniert die Konjunktur.
Veröffentlicht: Donnerstag, 27.05.2021 11:00
Aktuell melden nur noch 36 % der Betriebe im Kammerbezirk eine "gute Geschäftslage". Dagegen sprechen schon 32 % von "schlechten Geschäften". Erstmals seit zehn Jahren mussten Unternehmen wegen starker Umsatzdefizite Personal entlassen. Die große Mehrheit der Betriebe blieb von solchen Maßnahmen jedoch verschont.
Große Branchenunterschiede
Die Entwicklung verläuft je nach Branche sehr unterschiedlich: So geht es dem Ausbau- und dem Bauhauptgewerbe recht gut. Kraftfahrzeug-, Nahrungsmittel- und Dienstleistungsgewerbe haben dagegen große Sorgen.
Kammerpräsident Hans Hund fordert die Politik auf, das Überleben und die Stärkung der Betriebe weiterhin zu fördern. Knappe Rohstoffe, Vorprodukte und Materialien, gebrochene Lieferketten, verlängerte Lieferzeiten und steigende Einkaufspreise seien in weiten Teilen des Handwerks zum Problem geworden. Das führe bei mehreren Unternehmen trotz voller Auftragsbücher zu Kurzarbeit und gefährde die wirtschaftliche Erholung. Es müsse alles daran gesetzt werden, Knappheiten zu überwinden und die Beschaffung von Material wieder zu ermöglichen.
Darüber hinaus warnt Hund vor Gedankenspielen einer Erhöhung von Steuern und Sozialabgaben. Er fordert zudem mehr Bürokratieabbau durch Digitalisierung, eine bessere Innenstadtförderung für einen vielfältigen Einzelhandel und Kleingewerbe sowie ein erweitertes Angebot an Gewerbeflächen.
