
Kegelbrüder wieder zuhause
Die Kegelbrüder sind wieder zuhause. Am Flughafen Münster-Osnabrück wurden sie am Morgen mit "Oh, wie ist das schön"-Gesängen begrüßt. Danach ging es nach Roxel und Albachten.
Veröffentlicht: Sonntag, 17.07.2022 08:59
„Oh, wie ist das schön“ schallte es von der Besucherterrasse des FMO auf das Flugfeld, als die acht Kegelbrüder aus dem Flieger stiegen. Mit Herzchen-Luftballons und Konfettikanonen wurden sie von den Familien und Freunden begrüßt. Ein Erinnerungsfoto gab es noch direkt vor der Ryan-Air-Maschine. Die war um 9 Uhr heute Morgen gelandet. Freunde und Familie bereiteten den Jungs einen herzlichen und lautstarken Empfang. Hier einige Eindrücke vom Flughafen:
Inzwischen sind die acht jungen Männer in ihre Heimatorte Albachten und Roxel zurückgekehrt. Nach den zermürbenden Wochen im Gefängnis wünschen sie sich jetzt einfach nur Ruhe, auch um das Geschehene aufarbeiten zu können.
Anwältin schickt Whats-App: "FREI"
Die Nacht vor ihrem Abflug um 6.45 Uhr in Palma verbrachten die Kegelbrüder im Gemeindehaus vom deutschen Pfarrer auf Mallorca, Holmfried Braun. Kurz vor Mitternacht hatte auch der letzte der Kegelbrüder das Gefängnis in Palma verlassen. Draußen wurden die Hobbykegler von Verwandten, Freunden, den Anwälten und dem Pfarrer-Ehepaar nach über siebenstündiger Wartezeit mit Umarmungen in Empfang genommen. Zu dieser Zeit schickte die spanische Anwältin der Kegelbrüder, Mario Barbancho, eine WhatsApp mit nur einem Wort an unsere Redaktion: "FREI".
Bereits am Freitagnachmittag hatte Maria Barbancho kundgetan, dass die 12.000 Euro Kaution für jeden der Kegelbrüder auf dem Konto der Justiz eingegangen seien. "Die Jungs kommen frei", sagte sie in der ANTENNE MÜNSTER-Nachmittagssendung mit Moderator Matthias Kamps.
Der Pfarrer der deutschsprachigen evangelischen Kirchengemeinde auf Mallorca, Holmfried Braun, hatte die Münsteraner vom Gefängnis zum nahegelegenen Gemeindehaus gebracht. Dort verbrachten die Kegelbrüder die Nacht. Mit Pfarrer Braun haben wir gesprochen, als er im Gefängnis auf die Münsteraner wartete:
Vorwürfe noch nicht entkräftet
Aus dem Schneider sind zwölf der insgesamt 13 jungen Männer damit aber noch nicht. Ihnen wird vorgeworfen, am 20. Mai kurz nach ihrer Ankunft auf der Insel ein Feuer in der Nähe des Ballermanns an der Playa de Palma ausgelöst zu haben. Sie sollen vom Balkon ihrer Hotel-Zimmer brennende Kippen und Alkohol auf das Schilfdach der Terrasse einer darunterliegenden Gaststätte geworfen haben. Das Dach fing Feuer. Zwei Gaststätten, eine Wohnung und Teile des Restaurants wurden beschädigt. Mehrere Menschen erlitten leichte Verletzungen.
Die Kegelbrüder selbst beteuern ihre Unschuld. Sollten sie verurteilt werden, könnten mehrjährige Haftstrafen drohen. Der dreizehnte Kegelbruder war bereits am Tag nach dem Brand ohne Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Er hatte nachweisen können, dass er zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Feuers unter der Dusche war. Vier Tatverdächtige hatten das Gefängnis in Palma nach Kautions-Zahlungen in Höhe von jeweils 12.000 Euro nach rund zweieinhalb Wochen verlassen dürfen.
Anwältin Barbancho nutzte Gunst der Stunde
Der eigentlich zuständige Ermittlungsrichter Antoni Rotger hatte bereits mehrere Anträge auf Freilassung wegen Fluchtgefahr abgelehnt. Diese Woche hat Rotger Urlaub. Anwältin Maria Barbancho hat offenbar die Gunst der Stunde genutzt und die Freilassung bei Rotgers Vertretung - einer Ermittlungsrichterin - beantragt. Eine für Dienstag (19.07.) vorgesehene Anhörung vor dem Landgericht ist somit nicht mehr nötig.
Dass die Kegelbrüder nun freikommen, dürfte so auch dem Engagement der 31-jährigen Strafverteidigerin Maria Barbancho zu verdanken sein, die das Anwaltsteam des Spaniers Unai Mienza und des deutschen Raban Funk erst kürzlich verstärkt hatte,
schreibt die Mallorcazeitung. Maria Barbancho hatte auch uns bei ANTENNE MÜNSTER in den vergangenen Tagen jederzeit über den Stand der Ermittlungen auf dem Laufenden gehalten.
Über die erste Nachricht der Freilassung berichtete ANTENNE MÜNSTER-Chefredakteur Stefan Nottmeier im Gespräch mit Nachmittagsmoderator Matthias Kamps:




