
Kegelbrüder: "Vergesst uns nicht!"
Die acht auf Mallorca in U-Haft sitzenden Kegelbrüder aus Albachten haben Angst, dass das öffentliche Interesse an ihnen schwindet. Berichtet über uns, ist ihr Appell an die Medien.
Veröffentlicht: Freitag, 10.06.2022 18:22
Seit nunmehr drei Wochen befinden sich die Münsteraner in Untersuchungshaft und beteuern ihre Unschuld. Nach Informationen der Mallorca Zeitung vor Ort machen sie sich Sorgen, dass die deutsche Öffentlichkeit zur Tagesordnung übergehen könnte. Am Freitag bekamen die Kegelbrüder erneut Besuch von Mitarbeitern der deutschsprachigen Kirchengemeinden auf Mallorca. Einer der Besucher sagte im Anschluss:
Wir haben die Inhaftierten gefragt, ob wir darüber berichten sollen, und sie baten uns ausdrücklich darum: Sie befürchten, von der Öffentlichkeit vergessen zu werden.
Der Fall hatte tagelang bundesweit Schlagzeilen gemacht. Zuletzt hatte das Interesse der Medien aber nachgelassen.
"Es fällt schwer, untätig abzuwarten"
Den Kegelbrüdern falle es zunehmend schwer, heißt es von den Kirchenmitarbeitern, untätig im Gefängnis den Lauf der Dinge abzuwarten. Die Männer, die ja eigentlich nur ein verlängertes Party-Wochenende an der Playa de Palma verbringen wollten, seien voller Tatendrang, zumal sie in Deutschland eigentlich alle Hände voll zu tun hätten. So könne einer von ihnen seinem Vater jetzt nicht dabei helfen, die Ernte einzufahren. Ein anderer habe ein Bewerbungs-gespräch bei der Berufsfeuerwehr verpasst. Mehrere der Beschuldigten sind Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren in Albachten und Roxel.
Rückhalt von Familie und Arbeitgebern
Die jungen Männer seien in zwei Gruppen auf zwei Gefängnistrakte verteilt und hätten auch schon als „alemanes“ gegen eine internationale Auswahl anderer Häftlinge Fußball gespielt. Mut mache ihnen der Rückhalt von Familie, Freunden und Arbeitgebern in Deutschland. Letztere hätten bereits signalisiert, dass sie ihnen die Stellen freihalten würden, bis sich die Sache geklärt hat. Außerdem steht an diesem Wochenende Familienbesuch an: Mehrere der Beschuldigten werden von ihren Angehörigen besucht.
Zeugin belastet die Kegelbrüder
Den Inhaftierten wird weiter vorgeworfen, von ihren Hotelbalkonen aus mit Alkohol und Zigarettenkippen das Schilfdach einer Bar in Brand gesteckt zu haben. Sie hätten im Gefängnis ein aufs andere Mal durchgespielt, was an jenem Freitag geschah und fühlten sich vom Ermittlungsrichter unverstanden, heißt es in dem Bericht der Mallorca Zeitung. Die belastenden Aussagen einer Zeugin seien aus Sicht der Kegelbrüder und ihrer Anwälte unzutreffend und voller Widersprüche.