Jugendbetreuer wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in Haft

Ein 26 Jahre alter Lehramtsstudent soll als Übungsleiter bei Sportfreizeiten Kinder sexuell missbraucht haben.

Er genoss Vertrauen bei Eltern, die ihm ihre Kinder anvertrauten - nun wird gegen einen ehemaligen Jugendbetreuer wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft Lüneburg am Donnerstag (18.07.) mitteilten, war der 26 Jahre alte Mann bereits am Mittwoch (17.07.) an seinem heutigen Wohnsitz in Münster verhaftet worden. Der aus Lüneburg stammende Mann soll sich an fünf Jungen im Alter von elf und mehr Jahren vergangen haben. Es sei allerdings möglich, dass weitere Fälle und Opfer hinzukämen.

Der 26-Jährige, der nach Bekanntwerden der Vorwürfe im April seinen Posten in der Jugendarbeit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aufgab, soll die Kinder und Jugendlichen bei Jugendfreizeiten missbraucht haben. In der Münsteraner Wohnung des Verdächtigen stellten die Ermittler auch Datenträger und Unterlagen sicher.

Der junge Mann soll auch seit 2015 Nacktfotos und -videos über WhatsApp mit mehreren Jungen ausgetauscht beziehungsweise diese dazu animiert haben. Hier sei es möglich, dass sich noch weitere Betroffene melden, sagte der Sprecher der Polizeiinspektion Lüneburg, Kai Richter. Die sexuellen Handlungen sollen in den vergangenen zwei bis drei Jahren hinzugekommen sein.

Die Untersuchungen hatten Vertreter der DLRG in Gang gebracht, nachdem sie gerüchteweise von den Vorwürfen gegen den Lehramtsstudenten gehört hatten. "Wir müssen das Verhalten der DLRG hier loben, die den Stein ins Rollen gebracht haben", sagte Richter. Die Verantwortlichen hätten sich schnell an die Polizei gewandt und seien bei den Ermittlungen kooperativ gewesen. In den vergangenen Wochen habe die Polizei verschiedene Dinge strafprozessual nachweisen können, erklärte der Polizeisprecher. Daher habe auch der Haftbefehl erwirkt werden können.

Inzwischen habe sich herausgestellt, dass der Mann noch in einem weiteren Sportverein aktiv war, sagte Richter. Mit diesem Verein sei Kontakt aufgenommen worden. Auch die Eltern seien inzwischen informiert. Hinweise dazu, dass es auch in diesem Verein zu Straftaten gekommen sei, gebe es aber bislang nicht.

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