Immer Ärger mit den roten Straßen

In Münster gibt es zunehmend Ärger mit den neuen rot eingefärbten Fahrradstraßen. Sobald die Straße rot ist, werden nämlich meist auch Parkverbote eingerichtet.

© Stadt Münster

Mehr Platz und mehr Sicherheit für Radfahrer: Das ist der Sinn der neuen rot markierten Fahrradstraßen, so das Tiefbauamt. Bedeutet aber auch: Weniger Platz für Autos und weniger Parkplätze.

Die Stadt setzt jetzt in Hiltrup auf einen Kompromissvorschlag: In der Max-Winkelmann-Straße soll das Parkverbot zunächst schrittweise ab dem 1. Oktober kommen. Bis Jahresende soll das Halteverbot auch nur auf einer Straßenseite umgesetzt werden. So solle den Anwohnern Gelegenheit gegeben werden, sich nach alternativen Parkmöglichkeiten umzusehen. Vielleicht sogar, auf dem eigenen Grundstück einen Parkplatz einzurichten. Im kommenden Jahr solle die Situation dann neu geprüft werden.

Aktuelle Probleme auch in der Hittorfstraße

Zuletzt hatten sich auch Anwohner der Hittorfstraße in Münster beschwert. Auch hier sollen nach der Rotfärbung der Straße rund 35 Parkplätze wegfallen.

Politische Reaktionen

Münsters Grüne haben die Einrichtung von Fahrradstraßen und den dadurch bedingten Wegfall von Parkplätzen verteidigt. Rotfärbung und die vorgeschriebene Mindestbreite seien richtig, sagte Grünen-Ratsherr Carsten Peters. Allerdings müssten die Maßnahmen besser kommuniziert werden: Eine Postkarte zu Ferienbeginn an die Anwohner sei zu wenig. Der grüne Oberbürgermeister-Kandidat Peter Todeskino schlägt vor, als Ersatz für die wegfallenden Parkplätze neue Anwohnerparkplätze in den Innenstadtparkhäusern auszuweisen. Aktuell waren Anwohner der Hittorfstraße sauer darüber, dass dort 35 Parkplätze gestrichen werden sollen.

SPD-Oberbürgermeisterkandidat Dr. Michael Jung nennt es "von Anfang an den falschen Weg", Fahrradstraßen für inzwischen über 10 Millionen Euro rot anzumalen und dies als wesentlichen Meilenstein für den Radverkehr zu verkaufen. Die SPD habe im Rat statt dessen immer gefordert, das Geld besser in die Sicherheit und den Ausbau von bestehenden Radwegen, in den Ausbau von beidseitigen Radwegen entlang der Ausfallstraßen und in Fahrradparkplätze zu investieren.

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