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IHK-Umfrage: Konjunktur-Kurve zeigt nach unten
© ANTENNE MÜNSTER
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IHK-Umfrage: Konjunktur-Kurve zeigt nach unten

Die Wirtschaft in unserer Region ist im Krisenmodus. Die Produktion wird wegen der hohen Energie- und Rohstoffkosten immer teurer. Die Preise für Verbraucher werden weiter steigen.

Veröffentlicht: Dienstag, 10.05.2022 10:55

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Die nord-westfälische Wirtschaft steht vor einem deutlichen Abschwung. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK), die heute in Münster vorgestellt wurde. Dafür wurden 250 Firmen in Münster, im Münsterland sowie in der Emscher-Lippe-Region befragt. Die Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung nach der Pandemie ist in weiten Teilen der Wirtschaft erloschen, sagte IHK-Geschäftsführer Fritz Jaeckel (Foto oben) in einem Pressegespräch. Dennoch seien nicht alle Firmen pessimistisch. Immerhin schätzten der Umfrage zufolge immer noch knapp 40 Prozent die aktuelle Geschäftslage als gut ein.

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Preissteigerung belastet Unternehmen massiv

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Allerdings sind die Aussichten für die kommenden Monate eher schlecht. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen sehen die steigenden Preise für Energie sowie für Rohstoffe und Waren als das zentrale Problem. „Das Kostenrisiko nimmt bedrohliche Ausmaße an“, so Geschäftsführer Jaeckel wörtlich. Die Preise für die Verbraucher werden deshalb weiter steigen, so die Prognose von Jaeckel. Jeder zweite Betrieb habe die Kostenerhöhungen bereits auch an die Kundschaft weitergegeben. Ein weiteres Drittel beabsichtigt das in absehbarer Zeit.

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Auswirkungen von Ölembargo eher gemäßigt

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Einer der Gründe für weitere Preissteigerungen könnte auch das beschlossene Ölembargo gegen Russland ab dem kommenden Jahr sein. Jaeckel geht aber davon aus, dass es in unserer Region zum großen Teil gelingen wird, das fehlende Öl sowie nachgelagerte Ölprodukte aus Russland zu ersetzen. Aktuell würden in NRW nur noch etwa 15 Prozent der Ölimporte aus Russland bezogen.

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Jaeckel: Energie in USA billiger als bei uns

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Sorge macht den Unternehmern in der Region auch der Standortfaktor. Die Energiepreise seien nämlich hauptsächlich in Europa stark gestiegen. In den USA etwa sei die Energie vergleichsweise günstig, sagte IHK-Geschäftsführer Jaeckel. Das könne große Unternehmen dazu veranlassen, die Produktion dorthin zu verlagern.

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Weiteres Problem: Hohe Arbeitskosten

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Kostentreiber für viele Firmen sind auch die hohen Arbeitskosten. Wegen des anhaltenden Fachkräftemangels zahlten viele Unternehmen inzwischen über Tarif, um Mitarbeiter so anzulocken. Wegen der hohen Inflation drohe aber auch eine schwer zu kalkulierende Lohn-/Preisspirale.

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