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Hochdosierte Jod-Tabletten nicht selbständig einnehmen
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Hochdosierte Jod-Tabletten nicht selbständig einnehmen

Der Krieg in der Ukraine sorgt aktuell für eine erhöhte Nachfrage nach Jod-Tabletten in Apotheken. Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe rät jedoch davon ab, hochdosierte Jod-Tabletten selbständig einzunehmen.

Veröffentlicht: Freitag, 04.03.2022 11:00

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Weil offenbar immer mehr Menschen Angst haben, dass radioaktive Strahlung unsere Region erreichen könnte, verzeichnen die Apotheken in Münster und in ganze Westfalen-Lippe derzeit eine erhöhte Nachfrage nach Jod-Tabletten.

Die Sprecherin der münsterschen Apothekerschaft, Angelika Plassmann, rät allerdings dringend davon ab. Hochdosierte Jod-Tabletten erhöhen das Risiko für schwerwiegende Schilddrüsenerkrankungen - und gegen andere radioaktive Stoffe wie Caesium, Strontium oder Plutonium helfen sie nicht. Erwachsene über 45 Jahren sollten sowieso grundsätzlich keine hochdosierten Jod-Tabletten einnehmen.

Aus Münster berichtet Apothekerin Melissa Richter im ANTENNE MÜNSTER-Interview, warum das Horten von Jod-Tabletten nicht sinnvoll ist:

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Luisa Meng
Apothekerin Melissa Richter zum Einsatz von Jod-Tabletten
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Wann Jodtabletten sinnvoll sind

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Aus einem Kernkraftwerk kann durch einen Unfall oder einen Angriff radioaktives Jod austreten. Dieses würde – genau wie das Jod, das über Lebensmittel aufgenommen wird – in der Schilddrüse gespeichert. Schilddrüsenkrebs kann die Folge sein. Um in einem solchen Fall die Aufnahme von radioaktivem Jod zu blockieren, reicht im Regelfall eine einmalige Einnahme von Kaliumiodid als Notfallmedikament („Jodblockade“).

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Wer gibt Jod-Tabletten aus?

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Die Katastrophenschutzbehörden in Deutschland haben 189,5 Millionen hochdosierte Kaliumiodid-Tabletten (Jod-Tabletten) eingelagert, um diese bei Bedarf an die Bevölkerung im Umkreis von 100 Kilometern um den Unfall-Reaktor auszugeben. Wichtig: Diese Tabletten sollten ausschließlich nach ausdrücklicher Aufforderung durch die Behörden eingenommen werden. Nicht verwechseln sollte man diese hochdosierten Jod-Tabletten mit denen, die manche Patienten regelmäßig zur Jodsubstitution einnehmen müssen. Diese wären im Falle einer Freisetzung radioaktiven Jods um das 100- bis 1000-Fache unterdosiert.

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