Hinweise deuten: Anzeichen für sexuellen Kindesmissbrauch

Der Missbrauchsfall von Münster macht uns alle immer noch betroffen und fassungslos. Wie bei ähnlichen Fällen in NRW ist es rätselhaft, dass so schwerer Missbrauch unentdeckt bleiben konnte. Wir haben uns damit auseinandergesetzt, wie man Anzeichen sexuellen Missbrauchs rechtzeitig erkennen kann.

Zwei fünf und zehn Jahre alte Jungen sind in einer Gartenlaube in Kinderhaus über Jahre schwer sexuell missbraucht worden. Der Hauptbeschuldigte dabei ein Mann aus Münster. Die Polizei ermittelt weiter mit Hochdruck und es werden wohl noch weitere Fälle ans Licht kommen. Die Kinder sind jetzt in Obhut des Jugendamtes.

Wir müssen alle aufmerksamer werden, fordern Polizei und viele Politiker. Aber wie merken wir eigentlich, wenn ein Kind aus unserem Umfeld sexuell missbraucht wird?

Darüber haben unsere ANTENNE MÜNSTER-Morgenmoderatoren Miriam Gerding und Gerrit Nissen mit Ewa Bäumer gesprochen. Sie leitet die Beratungsstelle des Kinderschutzbundes in Münster.

© ANTENNE MÜNSTER
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Missbrauchs-Anzeichen im Verhalten der Kinder

Kinder, die sexuell missbraucht werden, reden in der Regel nicht darüber - oft weil, sie von den Tätern massiv bedroht werden, Schamgefühle oder Angst haben, dass ihnen nicht geglaubt wird. Daher ist es oftmals schwierig, auf solche Fälle aufmerksam zu werden. Umso wichtiger ist es deshalb, Aufmerksam zu sein und rechtzeitig Anzeichen sexuellen Missbrauchs bei Kindern zu erkennen. Die Symptome der Kinder sind allerdings sehr unterschiedlich und von verschiedenen Faktoren abhängig: Über welchen Zeitraum wurde ein Kind bereits sexuell missbraucht? Von wem? Und in welcher Form?

Als typische Anzeichen, die auf Erfahrungen sexuellen Missbrauchs hindeuten können, nennt Ewa Bäumer die (plötzliche) Verhaltensänderung von Kindern. Vor allem sehr aggressives Verhalten und Wutausbrüche können Hinweise sein. Aber auch sehr ruhiges, zurückgezogenes Verhalten und krampfhafte Versuche, möglichst unauffällig und unsichtbar zu sein, sollten Ernst genommen werden.

Ausführliche Informationen zu Anzeichen, Tätern und Opfern sind auch auf der Internetseite der Polizeilichen Kriminalprävention für Bund und Länder zusammengefasst.

Wenn es Hinweise gibt

Oftmals fängt alles mit einem komischen Gefühl oder kleinen Beobachtungen an. Gerade Personen, die viel mit Kindern zu tun haben, sollten Aufmerksam sein.

Wenn ein Verdacht auf sexuellen Missbrauch besteht, rät Ewa Bäumer dringend dazu, sich an eine Fachberatungsstelle zu wenden. Die Berater helfen dabei, Hinweise einzuordnen und das weitere Vorgehen zu überlegen. In Münster kann man sich zum Beispiel beim Kinderschutzbund Münster oder der Beratungsstelle Zartbitter Münster melden.

Bei starken Verdachtsfällen kann und sollte sich natürlich direkt an die Polizei gewandt werden.

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