
Grüne fordern rasche Fertigstellung
Die Stadt müsse alles dafür tun, dass der Neubau der Mathilde-von Anneke-Schule so schnell wie möglich fertig wird. Das verlangt die Grüne Ratsfraktion, nachdem bekannt wurde, dass sich der Neubau wohl weiter verzögert.
Veröffentlicht: Donnerstag, 10.06.2021 13:30
Die Schule wird wohl nicht im Sommer 2022 fertig und auch die Kosten von jetzt schon 70 Millionen Euro werden weiter steigen. Bei einem Ortstermin an der Baustelle an der Manfred-von-Richthofen-Straße am Donnerstag (10.06.) forderte die Fraktionsspitze auch Änderungen in der städtischen Bauverwaltung.
Das Amt für Wirtschaftlichkeitsprüfung hatte in einem Bericht u.a Fehler bei der Ausschreibung der Bauarbeiten offengelegt. Außerdem soll die Stadt dem für den Neubau zuständigen Architekturbüro angesichts der Verzögerung keine Konsequenzen angedroht haben. "Münsters Bauverwaltung muss effektiver arbeiten: Die vorhandenen Fachleute müssen gezielter eingesetzt werden und offene Stellen müssen schneller besetzt werden", fordert der Grüne Fraktionssprecher Christoph Kattentidt besseres Personalmanagement. "Wir sollten uns mal Beispiele aus Großstädten wie Köln oder München anschauen, da laufen solchen großen Bauprojekte besser", ergänzt Fraktionssprecherin Sylvia Rietenberg.
Die fast 700 Schüler:innen der sehr gefragten Mathilde-Anneke Gesamtschule müssen seit langem mit Provisorien leben, das muss bald ein Ende haben.
Sylvia Rietenberg
OB kündigt Konsequenzen an
Oberbürgermeister Markus Lewe wird auf die neuerlichen Verzögerungen beim Bau der Mathilde-Anneke-Schule reagieren. "Der von mir beim Amt für Wirtschaftlichkeitsprüfung und Revision in Auftrag gegebene Prüfbericht hat ergeben, dass es neben Problemen bei externen Dienstleistern auch Versäumnisse innerhalb der Stadtverwaltung gab. Diese Versäumnisse werden Konsequenzen haben."
Zu den wesentlichen Versäumnissen innerhalb der Stadtverwaltung gehörte auch ein unzureichender Informationsfluss zwischen dem zuständigen Dezernat und anderen Teilen der Stadtverwaltung. "Das hat neben anderen Komplikationen auch dazu geführt, dass die Öffentlichkeit teilweise zu spät, unvollständig und punktuell nicht präzise genug informiert werden konnte", so Lewe. Unter anderem sei, anders als kommuniziert, nicht nur die Rohstoffknappheit im Allgemeinen, sondern neben den internen Versäumnissen auch ein spezieller Verarbeitungsengpass bei dem Subunternehmer eines beauftragten Dienstleisters mitverantwortlich für die Verzögerungen.
Ich werde sehr genau darauf achten, dass wir neben den notwendigen Korrekturen in anderen Teilen der Stadtverwaltung auch die Glaubwürdigkeit der städtischen Kommunikation nicht weiter dadurch gefährden, dass bei den dafür Verantwortlichen falsche oder unvollständige Informationen vorliegen.
Oberbürgermeister Markus Lewe

