
Groß-Evakuierung am 20. September
16.000 Menschen müssen sich auf einen Sonntag außerhalb ihrer Wohnungen vorbereiten.
Veröffentlicht: Mittwoch, 19.08.2020 12:30
Die große Evakuierung vor der Entschärfung von Blindgängern an fünf unterschiedlichen Stellen im Stadtteil Mauritz findet am 20. September statt. Das hat der Krisenstab zur Vorbereitung der Groß-Evakuierung am Mittwoch (19.08.) festgelegt.
An diesem Sonntag müssen rund 16.000 Anwohnerinnen und Anwohner ihre Wohnungen verlassen. Auch das Franziskus-Hospital, das Klarastift, das Haus Maria Trost und der Konvent der Franziskanerinnen von Münster – St. Mauritz liegen im Evakuierungsradius. Besonders das Krankenhaus St. Franziskus muss umfangreiche Vorbereitungen für den Tag der Evakuierung treffen. Die Anwohnerinnen und Anwohner müssen sich auf einen Sonntag außerhalb ihres Stadtviertels vorbereiten.
Zu Fragen rund um die Evakuierung und Entschärfung wird gegen Ende August eine Telefonhotline eingerichtet. Vielen Fragen und Antworten zum komplexen Thema Kampfmittelfunde sind schon jetzt auf muenster.de zu finden. Dort gibt es auch eine Karte des Stadtteils mit Adresssuche, wo die Bewohner nachsehen können, ob sie von der Evakuierung betroffen sind. Allerdings kann sich am Tag der Entschärfung der Evakuierungsradius noch verschieben, wenn die Fachleute vom Kampfmittelräumdienst dies für nötig halten.
Zu Beginn der Evakuierung wird durch die NINA Warn-App, ANTENNE MÜNSTER und die sozialen Medien informiert. Außerdem sind im Stadtviertel Lautsprecherwagen unterwegs, die zum Verlassen der Gebäude auffordern.
Informationen für Patienten des St. Franziskus-Hospitals
Ein Gutachter hat nach detaillierter Analyse bereits sichere Bereiche des Krankenhauses definiert. Demnach muss nur ein Teil des Hospitals geräumt werden und vielen Patienten kann eine Evakuierung erspart bleiben.
Die aufwendigen Vorbereitungen der Teil-Evakuierung laufen im St. Franziskus-Hospital auf Hochtouren. "Wir stimmen uns eng mit dem eingerichteten Krisenstab der Stadt Münster ab. Die Patientensicherheit und der Schutz der Mitarbeitenden haben für uns oberste Priorität", berichtet Klaus Abel, Geschäftsführer des St. Franziskus-Hospitals.
Für Patienten hat die Evakuierungsmaßnahme folgende Auswirkungen:
• Die Zentrale Notaufnahme des Franziskus Hospitals wird ab Samstag, 19. September 2020, nicht mehr vom Rettungsdienst angefahren. Auch der Notfallfalldienst der Kassenärztlichen Vereinigung ist von der Evakuierung betroffen und steht am 19. und 20. September 2020 nur in der Raphaelsklinik zur Verfügung.
• Schwangere können bis einschließlich Donnerstag, 17. September 2020, stationär im St. Franziskus-Hospital entbinden. Ambulante Geburten sind auch noch am Freitag, 18. September 2020, möglich.
• Besuche sind am Evakuierungstag ausgeschlossen. Sie sind vorrausichtlich ab Montagnachmittag wieder möglich (Änderungen vorbehalten).
Operationen werden so geplant, dass möglichst viele Patienten in den Tagen vor der Evakuierung entlassen werden können. Einige Bereiche, darunter die Erwachsenen-Intensivstation, müssen nicht evakuiert werden. "Wir gehen davon aus, dass wir maximal 100 Patienten verlegen müssen. Damit werden wir bereits an dem Samstag vor der Evakuierung beginnen", so Professor Dr. Christoph Bremer, Ärztlicher Direktor des St. Franziskus-Hospitals. Das Herz-Jesu-Krankenhaus in Hiltrup und das Maria-Josef-Hospital in Greven, ebenfalls beides Häuser der St. Franziskus-Stiftung, werden die Patienten aufnehmen. Sie werden durch das Personal des St. Franziskus-Hospitals versorgt. Die Rückverlegungen beginnen direkt nach der Entschärfung der Kampfmittel am Sonntag.
