
Glas-Mehrwegsystem für Münsters Gastronomie
Ab 2023 sind Gastronomiebetriebe dazu verpflichtet, Alternativen zu Einwegverpackungen aus Plastik für die Mitnahme von Speisen und Getränken anzubieten. Die Stadt Münster stellt jetzt schon eine Lösung für diese neue Herausforderung vor: ein Glas-Mehrwegsystem.
Veröffentlicht: Mittwoch, 02.03.2022 11:56
Unter dem Motto "GLAS? Klar!" rufen die Initiator:innen Gastronom:innen und Kantinenbetreiber:innen dazu auf, mitzumachen. Die Funktionsweise des neuen Glas-Mehrwegsystems ist einfach: Gastronomische Betriebe werden mit Mehrweggeschirr aus Glas beliefert und geben ihre Speisen und Getränke darin aus. Gäste scannen mithilfe einer App die QR-Codes auf dem Geschirr und leihen es kosten- und pfandfrei aus. Die Rückgabe erfolgt ebenfalls durch einen Scan bei allen teilnehmenden Betrieben. Nachdem das Geschirr gereinigt ist, kann es erneut ausgegeben werden. Die Gastronom:innen bezahlen lediglich eine Gebühr pro getätigter Ausleihe.
Die Idee zu dem System hat die Stadt Münster gemeinsam mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Westfalen e.V. und dem Studierendenwerk Münster in Kooperation mit dem Münsterland e.V. entwickelt. Bereits in diesem Monat startet die Mensa am Ring mit dem neuen Angebot, die weiteren Mensen und Bistros des Studierendenwerks Münster bieten dann ab April Speisen zum Mitnehmen in Glasgefäßen an.
„Glas als Erfolgsfaktor des Systems“
Glasschalen haben viele Vorteile gegenüber Mehrweggefäßen aus Kunststoff, erklären die Initiator:innen: Glas ist transparent und die Wertigkeit der Gerichte wird sichtbar. Das speziell gehärtete Glas ist langlebig, kratzbeständig, bruchsicher, 30 Prozent leichter als vergleichbare Glasschalen, gut stapelbar und beim Transport dicht. Es ist hygienisch und farbneutral, nimmt keine Gerüche oder Geschmack an, ist bei Temperaturunterschieden von weniger oder mehr als 130 Grad beständig, backofenfest, garantiert mehr als 2000 Spülgänge, ist zu 100 Prozent stofflich verwertbar, unendlich oft recyclingfähig und damit die klimafreundlichste Art von Mehrweg.
Auch Oberbürgermeister Markus Lewe lobt das Konzept:
"Mit diesem System wird ein Pilotprojekt auf den Weg gebracht, das bislang deutschlandweit einmalig ist. Es vermeidet Abfall, schützt das Klima und garantiert einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Jetzt kommt es darauf an, dass viele gastronomische Betriebe mitmachen."