
Gemeindemitglieder St. Stephanus demonstrieren wieder
Monatelang hat die Gemeine St. Stephanus dafür gekämpft, dass ihr Pastor, Thomas Laufmöller, in ihrer Gemeinde bleiben darf. Vergebens. Am Palmsonntag findet erneut eine Demo auf dem Domplatz statt. Barbara Kneißler, eine der Organisator:innen, fordert vom Bistum im ANTENNE MÜNSTER-Interview einen "Prozess der Aufarbeitung und (die) Beteiligung der Gemeinde mit Blick in die Zukunft".
Veröffentlicht: Freitag, 26.03.2021 07:20
Die Gemeindemitglieder:innen von St. Stephanus kämpfen schon seit Monaten dafür, dass Pastor Thomas Laufmöller in ihrer Gemeinde bleiben darf. Sie haben aber genau das Gegenteil erreicht: Das Bistum versetzte den Pastor vorzeitig aus der Aaseestadt nach Wolbeck. Die Fronten bleiben verhärtet - vor allem, weil vom Bistum keine Stellungnahme kommt. Erst kürzlich hatte Generalvikar Klaus Winterkamp ein angesetztes Gespräch abgesagt. Die Gemeindemitglieder:innen von St. Stephanus sind zunehmend enttäuschter - und werfen dem Bistum Machtmissbrauch vor. Für Palmsonntag haben sie eine Demo auf dem Domplatz angemeldet.
"Mit Herz und Hirn gegen Amts- und Machtmissbrauch in unserer Kirche"
So lautet das Motto des Protests. Über 500 Teilnehmer:innen werden erwartet - auch aus anderen Gemeinden. Um 11:30 Uhr startet die Demo an der St. Stephanus-Kirche, dann ziehen die Gläubigen gemeinsam zum Bischofssitz am Domplatz. Natürlich coronakonform, mit Abstand und Maske. So will die Gemeinde noch einmal ein Zeichen setzen für eine menschenfreundliche und vielfältige katholische Kirche - und gegen hierarchischen Strukturen. So Barbara Kneißler, eine der Organisator:innen im ANTENNE MÜNSTER-Interview.
Die Stimmung in der Gemeinde ist schon länger gekippt. Über 17 Jahre war Thomas Laufmöller Pastor in der St Stephanus-Kirche gewesen. Kneißler:
Nicht nur Pastor Laufmöller hat Unrecht erlitten, indem er zum Sündenbock erklärt und mit vorzeitiger Versetzung bestraft wurde, sondern auch die Gemeinde. Wahrheiten wurden verdreht, Zusagen wurden gebrochen. Wir erwarten vom Bistum einen ehrlichen Prozess der Aufarbeitung und der Beteiligung der Gemeinde mit Blick in die Zukunft. (...) Pastor Laufmöller ist weg, aber das Problem ist noch da.
Das komplette Interview könnt ihr hier anhören.
