Gedenken an die Opfer von Hanau

Die Bezirksregierung Münster hat am Freitag (21.02.) um 12 Uhr für eine Minute schweigend der Opfer des Attentats von Hanau gedacht. Stadtdechant Jörg Hagemann fordert: "Nach Hanau darf es kein 'Weiter so' geben."

© Bezirksregierung Münster

"Wieder sind in unserem Land Menschen Opfer von rechtem Hass geworden. Wieder mahnen uns Tote, jeder Form von menschenverachtender, rassistischer Hetze entschlossen entgegenzutreten. Wieder trauern Familien um ihre Angehörigen und Freunde. Mit unserem Schweigen setzen wir ein Zeichen: Sie sind nicht allein", heißt es in einer Mitteilung von Regierungspräsidentin Dorothee Feller.

Aufgrund des Attentats hatte der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul, für Freitag Trauerbeflaggung angeordnet. Die Anordnung des Ministers galt für alle Dienstgebäude des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände sowie der übrigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht des Landes unterliegen.

Regierungspräsidentin Dorothee Feller© Bezirksregierung Münster
Regierungspräsidentin Dorothee Feller
© Bezirksregierung Münster

Katholische Kirche fordert Eintreten gegen Hass, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Mit einer gemeinsamen Stellungnahme reagieren Münsters Stadtdechant Jörg Hagemann und die Kreisdechanten im Bistum Münster auf den Anschlag in Hanau. Die Stellungnahme lautet im Wortlaut:

„Wir müssen uns dem Grauen dieses fürchterlichen Verbrechens stellen, um zu begreifen, dass es kein ‚Weiter so‘ geben darf. Zehn Menschen – viele von ihnen hatten noch ihr ganzes Leben vor sich – sind ermordet worden. Ihnen und ihren Familien gelten in diesen Stunden unsere Gebete und unsere Anteilnahme. Wir schließen darin auch die Verletzten ein.

Mit Worten ist diese Tragödie kaum zu fassen und doch können wir bei Trauer und Betroffenheit nicht mehr stehen bleiben. Der sinnlose Tod dieser Menschen und das dadurch verursachte Leid haben genau wie die zahlreichen Morde und Anschläge der letzten Jahre einen klar erkennbaren Nährboden. Er besteht in einem wachsenden Klima der Intoleranz und des Hasses, das populistische Parteien und rechtsextreme Gruppierungen in die Mitte der Gesellschaft getragen haben.

Alle Demokratinnen und Demokraten sind aufgefordert, eindeutig zu reagieren. Wir haben es zu lange hingenommen, dass in sozialen Medien, in politischen Reden von Populisten und Rechtsradikalen ungestraft gegen Menschen mit Migrationshintergrund gehetzt werden kann. Der sachliche und tolerante Austausch von Meinungen und Weltanschauungen ist zu oft einer Unkultur der Hetze, Empörung und Intoleranz gegenüber Andersdenkenden gewichen.

Die Lehre aus diesem schrecklichen Verbrechen kann nur sein, dass wir aufwachen und gemeinsam für das eintreten, was unsere freiheitliche Demokratie ausmacht: für eine Kultur der gegenseitigen Achtung; für die Bereitschaft Menschen, die anders leben und denken, zu verstehen und zu tolerieren. Lassen Sie uns gemeinsam neu nach dem suchen, was uns in der Gesellschaft verbindet. Geben wir denen, die spalten und hetzen, keinen Raum. Hass, Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit dürfen sich nicht weiter breitmachen. Das sind wir den Opfern von Hanau schuldig.“

Stadtdechant Jörg Hagemann© Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann
Stadtdechant Jörg Hagemann
© Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Info: Im Bistum Münster sind das Stadtdekanat Münster sowie die Kreisdekanate die pastorale und organisatorische mittlere Ebene. Sie sind die Drehscheibe zwischen dem Bistum und den Pfarreien. An der Spitze stehen (in Münster) der Stadtdechant bzw. die Kreisdechanten.

© Bischöfliche Pressestelle/Martin Wißmann

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