Fünf Firmen wollen Elektro-Roller verleihen

Vom 15. Juni an sind Elektro-Tretroller (E-Scooter) auf Radwegen und Straßen zugelassen. Voraussichtlich schon ab Ende Juni werden in Münster die ersten Verleihfirmen solche Fahrzeuge öffentlich anbieten. In Herne startet der Verleih schon am 5. Juni.

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Kurz nachdem das Bundeskabinett der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung zugestimmt hat, haben sich in Münster vier an einem Verleihsystem interessierte Firmen mit Vertretern von Stadt, städtischen Gesellschaften, Polizei und ADFC getroffen. Gemeinsames Ziel: Die neuen Verkehrsmittel sollen in Münster als Bereicherung erfahrbar werden. Dazu muss im Vorfeld ein Interessenausgleich zugunsten sicherer, geordneter und stadtverträglicher Abläufe erfolgen. Das Gespräch führte zu einem guten Einvernehmen. Mittlerweile hat sich sogar eine fünfte Firma bei der Stadt gemeldet, so Norbert Vechtel, der stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes.

Es wurde vereinbart, dass die Stadt den Verleihern rund zehn innenstadtnahe Abstellflächen anbietet. Diese etwa drei bis sechs Meter breiten Flächen erhalten eine kostengünstige, flexible Beschilderung, die bei Bedarf leicht angepasst werden kann.

Die Unternehmen können diese Flächen nutzen und verpflichten sich im Gegenzug, Standards beim Verleih und zum Beispiel bei der Rückholung defekter Roller einzuhalten. Für mögliche Beschwerden benennen sie gegenüber der Stadt eine Ansprechstelle.

Die möglichen Abstellplätze

Zurzeit wird geprüft, ob hier Abstellplätze ausgewiesen werden können:

- Hauptbahnhof-Westseite, neben Fußgängertunnel Nord

- Salzstraße 29/30, Höhe Reisebüro

- Syndikatplatz, bei Abluftanlage

- Loerstraße, bei Fahrradabstellanlage neben Karstadt

- Stubengasse, Höhe Hotel H4

- Königsstraße, Parkplatz gegenüber AOK

- Apostelkirche, bei Fahrradabstellanlage Neubrücken-/ Bergstraße

- Asche, an Hauswand der Stadtbücherei

- Ludgeriplatz, Vorplatz Stadthaus 2

- auf P+R-Parkplätzen

- ADFC-Radstation Münster-Arkaden

Auch wenn letzte Details noch zu klären sind: "Alle Beteiligten zeigten sich zufrieden mit dem sehr frühzeitigen Austausch und der konstruktiven Zusammenarbeit", so Norbert Vechtel, der stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes. "Negative Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit und Begleiterscheinungen, wie beim Fahrradverleih von 'Obike' in Hamburg und München müssen beim Verleih der Elektro-Tretroller in jedem Falle vermieden werden. Darin waren sich alle einig." Die vereinbarte Regelung soll zunächst etwa drei Monate lang getestet werden. Dann werden die Standorte der Roller und die Zusammenarbeit mit den Verleihfirmen bewertet und erforderlichenfalls angepasst.

So funktioniert's

Das Ganze soll ein Sharing-System werden. Wer sich so einen E-Scooter ausleihen möchte, muss sich eine App des jeweiligen Anbieters herunterladen und dann einen Code am Scooter einscannen. Das kostet voraussichtilch einen Euro Grundgebühr und dann jeweils 15 Cent pro Minute.

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Probefahrt mit dem E-Scooter

Elektro-Roller-Fahrt

ANTENNE MÜNSTER-Reporterin Miriam Gerding hat die E-Scooter schon einmal getestet. Ihr Feedback nach der Probefahrt:

"Das macht echt mega Bock - ein bisschen Kribbeln im Bauch beim Beschleunigen. Aber nichts für mich für den Ludgerikreisel."

Auf Radwegen darf höchstens mit Tempo 20 gefahren werden. Auch wenn es keine Helmpflicht gibt - es wird empfohlen, einen Helm zu tragen, um ein sicheres Gefühl im Straßenverkehr zu haben.

Hier gibt es das Fazit nach der Probefahrt zum Nachhören:

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Was ihr beim E-Scooter beachten müsst

Die E-Scooter müssen mit zwei voneinander unabhängigen Bremsen und mit Licht ausgestattet sein. Ihr braucht darüber hinaus auch eine Klingel. Der E-Scooter darf maximal 55 Kilo (ohne Fahrer) wiegen.

Eine Helmpflicht gibt es nicht, Ärzte empfehlen aber, einen zu tragen. Auch einen Führerschein braucht man nicht für den E-Scooter. Ihr müsst ihn aber versichern. Dann bekommt ihr eine Versicherungsplakette zum Aufkleben. Wer einen E-Scooter fährt, muss mindestens 14 Jahre alt sein.

Kosten beim Kauf

Aktuell sind zwei verschiedene Scooter-Arten zugelassen. Die kleinere Variante wiegt gut 15 Kilogramm und kostet gut 2.000 Euro. Die größere Variante bekommt ihr ab ca. 2.500 Euro.

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