
Frühjahrsempfang mit Rostocks OB Madsen
Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen war Gastredner beim Frühjahrsempfang der Stadt im Mühlenhof. Sein Motto: Politik muss anpacken, Bedenkenträger lähmen nur.
Veröffentlicht: Sonntag, 08.05.2022 16:30
Wir sollten mehr darüber reden, was wir selbst gut können, anstatt anderen zu sagen, was sie nicht können. So brachte Claus Ruhe Madsen seinen Politikstil in einer launigen Festrede vor mehreren hundert Gästen beim Frühjahrsempfang der Stadt auf den Punkt. Anstatt zu kritisieren, solle Politik aus seiner Sicht mehr anpacken und machen. Auch, wenn dabei Fehler passierten, so Madsen. Im ANTENNE MÜNSTER-Gespräch ergänzte er anschließend:
Wir Dänen sind da ganz anders. Wenn Politiker Fehler machen, dann werden die eingestanden und dann geht es weiter.
Rücktrittsforderungen und lange Debatten darüber gebe es in seinem Heimatland eher weniger. Das sei wohl ein deutsches Phänomen und lähme die Politik.
Rostocks OB findet Münster liebenswert
Münster sei in seinen Augen eine sehr liebenswerte und freundliche Stadt, sagte Madsen, der mit seinem Amtskollegen in Münster, Markus Lewe, bereits eine ausgiebige Fahrradtour in unserer Stadt gemacht hat. Während Münster mit Milliarden-Projekten wie etwa dem Batterieforschungszentrum punkten könne, habe Rostock aber immerhin eine Straßenbahn und die Ostsee, scherzte Madsen, der in Kopenhagen geboren wurde. Nach einem Auslandsjahr im Ruhrgebiet in den 90er-Jahren blieb er in Deutschland und gründete ein eigenes Möbelhaus. Später ging er in die Politik, war jahrelang Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Rostock und wurde 2019 als parteiloser Politiker zum Oberbürgermeister von Rostock gewählt. Hier setzt er sich vor allem auch für die Digitalisierung der Verwaltung ein.
Frühjahrs- statt Neujahrsempfang
Der Frühjahrsempfang im Mühlenhof war eigentlich der nachgeholte Neujahresempfang der Stadt, der im Januar wegen der Coronapandemie abgesagt werden musste. Viele der Gäste waren aber so angetan und könnten sich den Frühjahrsempfang als dauerhaftes Event vorstellen. In der Stadtverwaltung soll es dazu bereits Überlegungen geben.
