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Flucht aus der Ukraine: Münsteraner ist zurück
© privat
Andreas Bramer aus Münster
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Flucht aus der Ukraine: Münsteraner ist zurück

Es ist geschafft: ANTENNE MÜNSTER-Hörer Andreas Bramer und seine Familie sind nach einer dramatischen Flucht aus der Ukraine in Münster angekommen. Erst in der Nacht zu Sonntag konnten sie die Grenze zu Polen überschreiten.

Veröffentlicht: Montag, 28.02.2022 05:00

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Nach drei langen Tagen ist ANTENNE MÜNSTER-Hörer Andreas Bramer gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und deren vierjähriger Tochter wieder in Münster angekommen. Völlig erschöpft, aber erleichtert erreichen die drei in der Nacht von Sonntag auf Montag endlich Münster.

Am Nachmittag seines Ankunftstages hat ANTENNE MÜNSTER-Nachmittagsmoderatorin Luisa Meng mit ihm gesprochen:

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Luisa Meng
Andreas Bramer nach seiner Flucht aus der Ukraine
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Diese Sprachnachricht hatte uns Andreas bei seiner Ankunft in Münster in der Nacht zum Montag geschickt:

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Andreas Bramer
Ankunft in Münster nach drei Tagen Flucht
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Die erlösende Nachricht kam bereits am Sonntag: 48 dramatische Stunden liegen hinter ihnen, als sie die Grenze nach Polen endlich erreichen. Der Diplom-Informatiker aus Münster hatte in Lwiw (Lemberg) seine Lebensgefährtin besucht.

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Stefan Nottmeier
Die erlösende Nachricht - Interview am 27.02. (Vormittag)
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Chronik der Flucht vor dem Krieg

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Am Donnerstagmorgen (24.02.) hören sie vom Kriegsausbruch und von Explosionen ganz in der Nähe. Sie beschließen, die Ukraine so schnell wie möglich zu verlassen.

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Anja Brukner
Der Fluchtplan - Interview am 24.02. (Mittag)
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Im Laufe der ersten Kriegstages verschärft sich die Situation aber auch in Lemberg. Freunde raten Andreas und seiner Familie, möglichst schnell aufzubrechen, bevor es zu spät ist.


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Anja Brukner
Angst vor dem Scheitern - Interview am 24.02. (Nachmittag)
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Lange Schlangen vor Geldautomaten und an Tankstellen verzögern dann die Abfahrt. Eine Freundin, die sie eigentlich mit ihrem Auto zur Grenze bringen will, muss absagen: Kein Benzin mehr. Am Freitagmorgen (25.02.) schließlich brechen die drei dann mit einem Taxi auf in Richtung Grenze. 18 Kilometer vor dem Grenzübergang aber ist Schluss mit der Fahrt: Vor ihnen ein ewig langer Autostau. Die drei beschließen, zu Fuß weiterzugehen.

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Luisa Meng
Im Taxi Richtung Polen - Interview am 25.02. (Mittag)
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Luisa Meng
8 Kilometer bis zur Grenze - Interview am 25.02. (Abend)
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Als wir Andreas am Freitagnachmittag (25.02.) auf seinem Handy erreichen, sind es noch acht Kilometer. Zum Glück bekommen sie auf ihrem anstrengenden Fußmarsch Butterbrote und warme Getränke von hilfsbereiten Ukrainern. Am späten Freitagabend schließlich stehen sie etwa zwei Kilometer vor der Passkontrolle. Ab dann geht erstmal nichts mehr. Die ganze Nacht stehen er und seine beiden Frauen in der Schlange. Die Stimmung ist gereizt, jeder will endlich weiterkommen. Heiße Getränke oder Decken gibt es hier nicht. „Die Zustände hier sind katastrophal“, berichtet er im ANTENNE MÜNSTER-Interview. Wir selbst setzen uns mit dem Auswärtigen Amt in Verbindung und machen auf die Situation der Flüchtenden aufmerksam. Von dort heißt es, es gebe aktuell mehr als 300.000 Menschen, die die Ukraine verlassen wollen.

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Lena Zils
An der Grenze - Interview am 26.02. (Morgen)
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Am Samstagmorgen können Andreas und seine Familie ein erstes Gate durchqueren. Da sie ein kleines Kind dabeihaben, werden sie vorgewunken.

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Lena Zils
Vor der Passkontrolle - Interview am 26.02. (Vormittag)
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Am Vormittag haben sie es dann geschafft. Die drei passieren die Grenze, sind völlig erschöpft, aufgewühlt und schließlich überwältigt von der Hilfsbereitschaft, die ihnen zu Teil wird. Auf der polnischen Seite werden sie versorgt mit Essen und Trinken und sie werden zu einem Hotel ca. 100 Kilometer ins Landesinnere gebracht. Es ist überstanden. Im Hotel dürfen sie sich endlich ausruhen und treffen dort auf Andreas Vater, der mit dem Auto aus seinem Heimatort Saarbrücken gekommen ist, um sie in Polen abzuholen.

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Andreas Bramer schrieb uns übrigens in einem Chat auf unsere Frage, wie wir ihm helfen könnten: Es hilft, im Radio darüber zu berichten, wie brutal der Krieg ist. Je mehr die Gräuel und die schlimmen Folgen vor Augen geführt werden, desto mehr Menschen werden sich gegen ihn auflehnen, glaubt Andreas. Das, was hier passiert, dürfe niemand akzeptieren. So schickte ihm etwa eine Freundin während seiner Flucht zur Grenze eine Nachricht. Darin hieß es: „Die Russen stehen vor meinem Haus. Ich weiß nicht, wohin ich fliehen soll. Ich kann mir nicht vorstellen, unter russischer Herrschaft hier weiter zu leben.“

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