
Erst Sylt - jetzt Münster
Ausländerfeindliche Parolen haben Münster erreicht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach einem Vorfall auf der Promenade.
Veröffentlicht: Montag, 03.06.2024 12:30
Die Staatsanwaltschaft ermittelt, nachdem am Wochenende an verschiedenen Orten in Münster ausländerfeindliche Parolen zum Partyhit "L'Amour Toujours" von DJ Gigi D'Agostino gerufen haben. Freitagabend (31.05.) soll es einen entsprechenden Vorfall an der Promenade an der Kleimannstraße am Rande des Kreuzviertels gegeben haben. Die Parole sei von einer Gruppe Jugendlicher gerufen worden, berichtet der Staatschutz. Die Polizei hat auf der Promenade nach dem Vorfall mehrere alkoholisierte Menschen kontrolliert. Sie ermittelt gegen sie, aufgrund des Verdachts, die ausländerfeindlichen Ausrufe getätigt zu haben.
"Es hat schon mehrere solcher Vorfälle bei uns in der Region gegeben", sagt Kathalena Essers von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (mobim) im ANTENNE MÜNSTER-Interview.
Weitere Fälle in Coesfeld, Hörstel und Havixbeck
Weitere Vorfälle gab es in den Nachbarkreisen Coesfeld und Steinfurt: Samstagabend (01.06.) waren nach Zeugenaussagen in Coesfeld an der Josefstraße mehrere junge Männer von einem Planwagen gestiegen und hatten dann auf der Straße die Parolen zur Melodie von "L'Amour Toujours" gesungen. Zeug:innen sprachen die Gruppe an und forderten sie auf, damit aufzuhören. Daraufhin beleidigten Personen aus der Gruppe die Zeug:innen. Die Polizei konnte als Tatverdächtige sechs deutsche Männer aus dem Kreis Coesfeld im Alter von 29 bis 43 Jahren ermitteln. Alle waren betrunken.
Keine 24 Stunden vorher - am Freitagabend (31.05.) - soll es einen Vorfall in Havixbeck gegeben haben: Eine Gruppe von circa acht jugendlichen Mädchen und Jungen sollen auf der Ignatiusstraße mehrfach die ausländerfeindlichen Parolen gerufen haben. Die Jugendlichen konnten durch die alarmierte Polizei nicht mehr angetroffen werden.
Bereits am Donnerstag (30.05., 19:00 Uhr) hatten nach Zeugenaussagen am Witter Moorweg in Hörstel unbekannte Personen die Parolen aus dem Video wiederholt gesungen.
"Vorbild" war Video von Sylt
In allen Fällen seien die Inhalte des an Pfingsten bekanntgewordenen Videos "Vorbild" gewesen, in dem zu sehen ist, wie junge Menschen beim Skandieren dieser ausländerfeindlichen Parolen auf Sylt feierten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in allen Sachverhalten aufgrund des Verdachts der Volksverhetzung. Die Ermittler:innen hoffen auf Zeugenhinweise - wer was gesehen hat, meldet sich direkt bei der Polizei unter 0251-2750.

