
Ermittlungen nach Germania-Pleite
Nachdem die Fluggesellschaft Germania im Februar Insolvenz angemeldet hatte, laufen nun Ermittlungen gegen den Germania-Chef Karsten Balke.
Veröffentlicht: Donnerstag, 21.03.2019 07:52
Die Vorwürfe
Die Germania-Insolvenz Anfang Februar hat nicht nur viele Fluggäste hart getroffen. Auch der Flughafen Münster/Osnabrück musste als einer der Hauptstandorte der Airline schell reagieren. Für Verbindungen, die bisher von Germania bedient wurden, musste Ersatz gefunden werden. Jetzt hat die Insolvenz der Fluggesellschaft offenbar auch ein juristisches Nachspiel.
Die Fluggesellschaft Germania soll womöglich ihren Kunden auch dann noch Tickets verkauft haben, als sie bereits zahlungsunfähig war. Zuvor hatte das Fachmagazin FVW darüber berichtet. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung und Betrug gegen den Germania-Chef Karsten Balke. Der weist die Vorwürfe aber bislang zurück.
Lösungssuche nach der Insolvenz
Die Fluggesellschaft Germania mit fast 1700 Mitarbeitern steuerte viele Reiseziele im Mittelmeerraum an. Nach eigenen Angaben wurden jährlich mehr als vier Millionen Passagiere befördert. Nach der Insolvenzanmeldung wurde der Flugverkehr direkt eingestellt. Für die Kunden besteht laut dem vorläufigen Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg nur wenig Hoffnung, dass die Ticketpreise für die bereits gebuchten Flüge komplett erstattet werden. Es gibt aber die Chance, dass ein möglicher Investor den Kunden finanziell etwas entgegenkommt. Die Entscheidung liegt letztendlich bei dem Investor.
Bis Ende März soll die Investorensuche abgeschlossen sein. Zur Zeit wird mit zwei Investoren, die an einer Teilübernahme von Germania interessiert sind, und einem weiteren Bieter für eine Gesamtlösung verhandelt.