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Ende der Priorisierung: Frust vorprogrammiert
© COMPO GmbH
In Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Dienstleister konnte ein Arzt die Impfungen in dem im Mai eingerichteten Corona-Testzentrum bei COMPO verabreichen.
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Ende der Priorisierung: Frust vorprogrammiert

Die Impf-Priorisierung ist ab heute (07.06) aufgehoben. Jede und jeder darf einen Termin machen. Aber nur theoretisch. Weil Impfstoff fehlt, werden jetzt viele enttäuscht sein.

Veröffentlicht: Montag, 07.06.2021 07:00

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Die Impf-Priorisierung wird aufgehoben. Bei den Hausärzten oder in den Impfzentren soll sich dann bundesweit jede und jeder Impftermine holen können - unabhängig von Alter, Beruf oder Vorerkrankungen. Die Kassenärztliche Vereinigung in Westfalen-Lippe (KVWL) warnt vorsorglich vor zu hohen Erwartungen, weil der Impfstoff auch in den Arztpraxen weiter knapp ist. Im Impfzentrum in der Halle Münsterland gibt es - wie in allen Impfzentren in NRW - bis Mitte Juni keine neuen Termine für Erstimpfungen.

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Betriebsärzte starten mit Impfungen

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Hoffnungen machen sich auch die Beschäfigten in vielen größeren Betrieben, weil dort die Betriebsärzte mit den Impfungen beginnen können. Die Versicherungskonzerne LVM und Provinzial haben dafür extra Impfstraßen aufgebaut. Noch ist der Impfstoff allerdings auch hier knapp.

700.000 Dosen von Biontech hat das Bundesgesundheitsministerium den Betriebsärzten in Deutschland insgesamt für die ersten Woche zugesagt. Pro Betriebsarzt sind das etwa 100 Dosen. Damit kommt man auch in Münsters großen Unternehmen nicht weit. Allein der LVM-Versicherungskonzern geht zum Beispiel von rund 1.500 Impfinteressierten in der Belegschaft aus. Auch bei der Provinzial, bei der BASF in Hiltrup und bei Brillux sollen die Betriebsimpfungen jetzt beginnen. Und auch die Uni will ihren Beschäftigten ein Impfangebot machen. Alle hoffen darauf, dass es in den nächsten Wochen mehr Impfstoff für die Betriebsärzte gibt.

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Hausärzte bitten um Geduld und Solidarität

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Viele Hausärzt:innen fühlen sich mit der Situation gerade überfordert. Die Organisation der Impftermine sei schwierig und sehr zeitraubend, besonders wenn die Patienten nicht absagen, falls sie zwischenzeitlich schon geimpft wurden. Benno Bittner, Allgemeinmediziner in Münster, bittet deshalb alle, die auf Wartelisten stehen, darum, sich von den übrigen Listen streichen zu lassen, falls sie von einem ihrer Ärzte oder einer ihrer Ärztinnen geimpft werden. Einige würden dies nämlich vergessen.

Konkret heißt das: Wir rufen zum Beispiel 50 Patienten an, um Termine zu vergeben und erfahren dann, dass die Hälfte bereits geimpft ist. Diese 25 Anrufe hätten wir uns dann gerne erspart, so Bittner.

Viele Hausarztpraxen seien mit der momentanen Situation total überfordert. Deshalb wünschen sie sich von ihren Patienten Geduld und dass sie rücksichtsvoll und nachsichtig mit den Ärztinnen und Ärzten umgehen.

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Umsetzung in der Praxis

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Über die angespannte Situation in den Hausarztpraxen und den weiteren Vorgang nach der Aufhebung der Impf-Priorisierung haben wir heute Morgen mit Dr. med. Hendrik Oen gesprochen. Er ist Vertreter der Kassenärztliche Vereinigung in Westfalen-Lippe (KVWL) und Hausarzt hier bei uns in Münster.

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Ende der Priorisierung: Frust vorprogrammiert
© KVWL
Dr. Hendrik Oen, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung in Münster.
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ANTENNE MÜNSTERDr. Med. Hendrik Oen im Interview
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