
Ein Jahr nach Amokfahrt: Wirtin ärgert sich über Gäste
Vor dem Jahrestag der Amokfahrt von Münster beklagt die Wirtin der Gaststätte "Großer Kiepenkerl" Katastrophentourismus am Tatort. Gäste seien nur gekommen, um sich bei ihren Angestellten über diesen Tag zu erkundigen, sagte Wilma von Westphalen der Deutschen Presse-Agentur. Meine Mitarbeiter haben sich bei diesen Fragen im ersten Moment zusammengerissen, sind dann hinten in der Küche weinend zusammengebrochen.
Veröffentlicht: Montag, 01.04.2019 11:59
Großer Kiepenkerl öffnet am Gedenktag erst um 17 Uhr
Insgesamt 20 Mitarbeiter haben am Tag der Amokfahrt im Großen Kiepenkerl gearbeitet. "Wir hatten glücklicherweise keine körperlich Verletzten unter den Angestellten, aber seelische", sagt die Gastronomie-Chefin vor dem ersten Jahrestag. Die Belegschaft hat gemeinsam überlegt, wie sie mit diesem Tag umgeht. Jetzt hat der "Große Kiepenkerl" am 7. April erst ab 17 Uhr geöffnet. Wer will, kann den Gedenkgottesdienst besuchen.Am Abend sind nur Mitarbeiter eingeteilt, die bei der Amokfahrt keinen Dienst hatten.
Wirtin ärgert sich über einige Gäste
Für die Mitarbeiter des «Großen Kiepenkerl» war nach Schilderung ihrer Chefin in den Monaten danach das Auftreten einiger Gäste eine fürchterliche Erfahrung. "Gäste haben uns gefragt: «Sagen Sie mal, wo genau ist das Auto denn reingefahren? Und wo waren Sie damals?» Das ist pietätlos den Opfern gegenüber. Ihre Stimme stockt, wenn von Westphalen davon erzählt. «Ich bin dann zu diesen Gästen gegangen und habe sie aufgefordert, auszutrinken und zu gehen. Anfangs waren zehn Prozent der Gäste so. Das waren Verbal-Rowdys."