Dreikönigsfiguren sind zurück
Ein Künstlerkollektiv hat Dreikönigsfiguren aus mehreren Kirchen entführt, inzwischen aber wieder zurückgebracht. Man habe mit der Aktion auf "menschenunwürdige Bedingungen" in Lagern an der EU-Außengrenze und in Deutschland sowie eine "zunehmende Entrechtung Geflüchteter" hinweisen wollen, berichtete die Gruppe "Ausgegrenzt" am Dienstag (07.01.). Daher seien in rund 15 Kirchen in Berlin, Bielefeld, Darmstadt, Frankfurt, Freiburg, Köln und Münster am vergangenen Samstag je zwei der Heiligen Drei Könige kurzzeitig aus den Krippen entfernt worden.
Veröffentlicht: Dienstag, 07.01.2020 14:00
Eine Sprecherin des Kollektivs sagte, viele Gemeinden und auch kirchliche Stellen hätten die Aktion rund um den 6. Januar positiv aufgenommen. Deutschland und die EU kalkulierten den Tod von Tausenden an den Grenzen ein - mit einer "Politik der Abschottung, Abschreckung und Abschiebung". Einige wenige Gemeinden hätten aber auch mit Strafanzeigen gedroht. Der Feiertag "Heilige Drei Könige" (Erscheinung des Herrn) am 6. Januar gehört für Katholiken in aller Welt zu einem der wichtigsten.
In Münster waren am Wochenende (04./05.01.) in insgesamt acht Kirchen jeweils zwei der drei Königsfiguren in den Weihnachtskrippen entfernt worden. Damit war Münster ein Schwerpunkt der deutschlandweiten Aktion. Anstelle der beiden Könige fanden sich DIN A 4-Zettel mit der Botschaft, dass die Könige in Flüchtlingslagern festgehalten wurden. Betroffen waren unter anderem St. Michael, St. Mauritz, St. Konrad oder auch die Heilig Geist- und die Dyckburgkirche.
Schon im vergangenen Jahr hatten Aktivisten mehrere Figuren aus Weihnachtskrippen in Münster entfernt, als Protest gegen die Abschiebehaft. Die "Josefsfiguren" waren nach dem Dreikönigstag wieder aufgetaucht.