Das sind die Gewinner - 15.000 Euro für soziale Projekte

15.000 Euro stellen wir zur Verfügung: Für soziale Projekte in Münster, die Kindern und Jugendlichen das Leben in der Pandemie erleichtern. Und das sind unsere Gewinner:

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie betreffen in vielen Fällen benachteiligte Kinder und Jugendliche. Sie fühlen sich in der Krise oft allein gelassen (Kitas und Schulen blieben geschlossen), haben beim Homeschooling oft den Anschluss verloren, konnten ihre Freunde wochen- oder monatelang nicht sehen. Und das Geld reichte auch bei den Eltern oft nicht: weil sie in Kurzarbeit waren oder ganz ihren Job verloren haben. Ihr habt uns viele, viele Vorschläge gemacht und viele Bewerbungen sind eingegangen. Und die Jury hat entschieden, welche Projekte wir nun fördern möchten. Und heute – am großen Lichtblicke-Tag – ist das Geheimnis gelüftet.

Hauptpreis (7.500 Euro) an GGUA e.V.

Im „Schlauberger“-Projekt der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender (GGUA) unterstützen ehrenamtliche Lernpatinnen und -paten Schüler und Schülerinnen in sozial benachteiligten Familien mit Flucht- und Migrationshintergrund. Das geschieht in 1:1-Konstellationen bei den Kindern zuhause, in einer Bibliothek oder in der Schule. In der Coronakrise ging das nicht, dafür...

  • fanden die Treffen im Sommer oft draußen statt oder jetzt im Winter auch in den Wohnungen der Paten
  • stellten die Paten den Kindern Taschen voller Spiele und Malsachen vor die Tür
  • halfen die Paten per WhatsApp oder Videocall bei der Erledigung von Hausaufgaben
  • halfen die Paten älteren Schüler*innen bei der Abfassung von Facharbeiten oder der Vorbereitung auAbschlussprüfungen

Begründung der Jury:

Ziel des Patenprojektes ist es, dass die Kinder in der Schule, bzw. in Lockdown-Zeiten nicht den Anschluss verlieren. Die Beziehungen zwischen Paten und Patenkindern wurden in der Pandemie noch enger und erhielten eine über das Lernen hinausreichende freundschaftliche Note. Gerade jetzt in der Krise wurde das Interesse an Patenschaften auch noch größer (allein 30 neue Interessenten seit Mitte des Jahres). Das Geld soll laut der GGUA für die Anschaffung von Laptops und Tablets für Schüler*innen oder Patinnen/Paten genutzt werden. Außerdem würden die Initiatoren die Arbeit der Paten/Patinnen gern honorieren. Dafür erscheinen uns die 7.500 Euro Preisgeld gut angelegt.

© ANTENNE MÜNSTER
Das Projekt "Schlauberger" der GGUA© GGUA
Das Projekt "Schlauberger" der GGUA
© GGUA

2. Preis (2.500 Euro) an Kindergruppe Krümel II in Rumphorst

Die Kindergruppe Krümel ist eine Elterninitiative mit 15 Kindern im Alter von 1 bis 6 Jahren. Im Lockdown haben die Krümel-Erzieherinnen alles gegeben, um den Kindern weiter nahe zu sein:

  • Weil die Reinigungskraft ausgefallen war, haben die Erzieherinnen nach der Arbeit die ganze Kita geputzt, um die Notbetreuung aufrecht erhalten zu können.
  • Für jedes Zuhause-Kind wurde eine Tüte gepackt (Gruppenfoto, Ausmalbilder, Lieblingsbuch aus der Kita, Post und ein Geschenk vom Osterhasen), mit dem Fahrrad verteilt und vor den Haustüren der Kinder abgestellt.
  • Der Plan, den Leseraum neu zu gestalten, konnte nicht umgesetzt werden. Stattdessen hat jedes Kind eine Staffelei bekommen, um darauf eine Blume zu malen. Die kleinen Staffeleien hängen jetzt als Blumenwiese im Leseraum.
  • An den Geburtstagen der Kitakinder brachten die Erzieherinnen ein Geschenk und die obligatorische „Geburtstags-Krone“ nach Hause.
  • Im Internet wurde eine interne Homepage für Eltern und Kinder eingerichtet
  • Weil das Martinsfest und das sonst übliche Theaterstück abgesagt werden musste, haben die Kinder als Ersatz einen Film über den Alltag in der Kita gedreht und ein eigenes Lied dafür komponiert

Begründung der Jury:

Die Erzieherinnen und Eltern haben sich rührend um ihre Kinder gekümmert und sie mit vielen Ideen immer wieder beschäftigt, sodass Langeweile nicht aufkommen konnte. Die Kindergruppe ist dadurch nochmal enger zusammengewachsen. Durch das Mitwirken an den vielfältigen Projekten auf neuen Kommunikationswegen haben die Kinder viel Neues erfahren (Film gedreht) und gelernt. Die Jury ist sich dessen bewusst, dass Erzieherinnen und Erzieher in sehr vielen Kitas sehr viel getan haben, damit es den Kindern auch in der Corona-Krise gut geht. Unser Preis kann deshalb auch als symbolische Anerkennung für alle Kitas in Münster gesehen werden.

© ANTENNE MÜNSTER
Die Kita der Kindergruppe Krümel2 im Rumphorst-Viertel© Kita Krümel e.V.
Die Kita der Kindergruppe Krümel2 im Rumphorst-Viertel
© Kita Krümel e.V.

2. Preis (2.500 Euro) an Projekt "Rückenwind" der Beratungsstelle Südviertel

„Rückenwind“ ist ein Projekt, bei dem ehrenamtliche Patinnen und Paten Kinder und Jugendliche in benachteiligten Familien begleiten. Zielgruppe sind Familien, in denen z.B. ein Elternteil psychisch krank ist, oder Alleinerziehende mit wenig Unterstützung (z.B. durch Eltern). Die Paten nehmen sich einmal die Woche Zeit, mit den Kindern/der Familie einen Tag gemeinsam zu gestalten. Gerade jetzt in der Coronakrise war der Bedarf an weiteren Patinnen und Paten sehr hoch. Im kommenden Jahr soll ein Gemüsefeld angemietet werden, um in der Krise neue Begegnungsorte zu schaffen.

Begründung der Jury:

Die Patinnen und Paten sind für die Kinder stabile Bezugspersonen für Verlässlichkeit, Kontinuität und Beständigkeit. Das gilt umso mehr in Zeiten der Pandemie, in denen die Kinder ihre Freunde nicht sehen können. Die Kinder bekommen mehr Rückhalt und Selbstbewusstsein, um gesund aufzuwachsen. Der Bedarf an neuen Paten wird immer größer. Das Preisgeld soll dazu dienen, neue Patinnen und Paten zu gewinnen und die Vernetzung mit den Kindern zu verbessern. Auch könnte mit dem Geld die Arbeit der ehrenamtlichen Helfern zumindest teilweise honoriert werden.

© ANTENNE MÜNSTER
Das Projekt "Rückenwind" hilft benachteiligten Kindern© Beratungsstelle Südviertel e.V.
Das Projekt "Rückenwind" hilft benachteiligten Kindern
© Beratungsstelle Südviertel e.V.

2. Preis (2.500 Euro) an Sportpatenprojekt "mind & move" der Uni Münster

Ziel des Sportpaten-Projektes "mind & move" ist es, Kinder mit Hilfe sportlicher Aktivitäten in ihren motorischen, sozialen, emotionalen, kognitiven und körperlichen Fähigkeiten zu fördern und zu stärken. Das Besondere an dem Projekt ist, dass Schule (Schüler*innen) und Universität (angehende Lehrer*innen) gleichermaßen profitieren. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist es umso wichtiger, Kinder durch solche 1:1-Sportpatenschaften an die Hand zu nehmen:

  • Nachhaltige Förderung von 100 Kindern pro Projektjahr
  • Wöchentliche Treffen mit den Sportpaten
  • Die Patinnen und Paten sind Studierende vom Institut für Sportwissenschaften und von den Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Medizin und Erziehungswissenschaften

Begründung der Jury:

Die Sportpaten sind gerade jetzt in der Krise zu wichtigen Bezugspersonen im Leben der Kinder geworden. Aber nicht nur die Kinder profitieren vom Projekt. Die Sportpatinnen und -paten selbst - also angehende Lehrerinnen und Lehrer) - werden im Rahmen des WWU-Sportpatenseminars ausgebildet. So erlernen sie Schlüsselkompetenzen für ihre späteren Berufe. Das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro kann beispielsweise für neue Sportgeräte (Fahrräder, Skateboards), für Aktivitäten (Eintrittsgelder für Schwimmbad) oder die Ausbildung der Paten genutzt werden.

 

© ANTENNE MÜNSTER
Anne-Claire Ossenbrugh (Vorstand Mind & Move Stiftung), Nicole Schwarze (Teampatin: Projektleitung Schulen), Kathi Gröne (Teampatin), Dr. Marie Ghanbari (Gründerin und Leitung Sportpatenprojekt), Luisa Lüpken (Teampatin), Pia von Kathen (Teampatin), Ann-Marie Freiberger (Mind & Move Stiftung)© mind & move
Anne-Claire Ossenbrugh (Vorstand Mind & Move Stiftung), Nicole Schwarze (Teampatin: Projektleitung Schulen), Kathi Gröne (Teampatin), Dr. Marie Ghanbari (Gründerin und Leitung Sportpatenprojekt), Luisa Lüpken (Teampatin), Pia von Kathen (Teampatin), Ann-Marie Freiberger (Mind & Move Stiftung)
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