Corona-Zahlen schnellen empor

Seit gestern sind in Münster 61 Neu-Infizierte dazu gekommen. Einen solchen sprunghaften Anstieg hat es noch nie gegeben.


© Amt für Kommunikation Stadt Münster

Zwei Todesfälle

In Zusammenhang mit dem Coronavirus hat es zwei weitere Todesfälle gegeben – ein an Covid-19 erkrankter Patient (Jahrgang 1932) aus Münster ist am Freitag (23.10.) nach intensivmedizinischer Betreuung in einem münsterschen Krankenhaus gestorben. Eine Lungenvorschädigung bestand nicht. Darüber hinaus ist bei einer in dieser Woche gestorbenen Bewohnerin (Jahrgang 1923) des Friederike-Fliedner-Hauses eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt worden. Oberbürgermeister Markus Lewe zeigte sich bestürzt und spricht den Angehörigen der Verstorbenen sein Beileid aus. Damit sind seit Ende März insgesamt 15 mit dem Coronavirus infizierte Personen aus Münster gestorben.

Aktuell gelten 197 Münsteranerinnen und Münsteraner als infiziert. Die Gesamtzahl labordiagnostisch bestätigter Corona-Fälle im Stadtgebiet ist auf 1.445 (+61) stark gestiegen. Davon sind 1.233 (+17) Patienten wieder genesen. Es befinden sich derzeit 783 Personen in Münster als Kontaktpersonen der Kategorie 1 (440) oder als Reiserückkehrer (343) in Quarantäne.

Hotspot 1: Friederike-Fliedner-Haus

Im Friederike-Fliedner-Haus wurden in der Zwischenzeit neben sieben bereits bekannten nun weitere Infektionen unter den Bewohnerinnen und Bewohnern nachgewiesen. Damit erhöht sich die Zahl auf aktuell dreizehn Infizierte. Auch zwei Mitarbeitende der Einrichtung sind betroffen. Infizierte Personen dürfen derzeit keinen Besuch empfangen; Ausnahmen unter Beachtung de Hygienemaßnahmen sind nach Absprache mit der Hausleitung möglich. Weitere Testungen folgen.

Hotspot 2: Deutsche Hochschule der Polizei

Die deutlich gestiegene Zahl an Neuinfektionen ist aber in der Hauptsache weiterhin auf Ansteckungen in jüngeren Jahrgängen (80er und 90er) zurückzuführen. Auch hat es zahlreiche Infektionen bei der Deutschen Hochschule der Polizei gegeben, betroffen sind hier allerdings Personen aus dem gesamten Bundesgebiet. Insofern ist das Infektionsgeschehen nicht ausschließlich auf eine bestimmte Einrichtung oder einen bestimmten Personenkreis einzugrenzen.

Neue Beschränkungen kommen

Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer: "Ich gehe davon aus, dass der vom Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG) berechnete Inzidenz-Grenzwert von 35 zu Samstag deutlich überschritten wird." Ist dies der Fall, wird unmittelbar eine Allgemeinverfügung der Stadt Münster veröffentlicht, diese tritt damit am Montag um 0 Uhr in Kraft. Für das Gebiet der Stadt Münster würde damit die Gefährdungsstufe 1 gemäß Corona Schutzverordnung des Landes gelten. Das bedeutet im Einzelnen:

  • Veranstaltungen und Versammlungen sowie Kongresse mit mehr als 1.000 Personen sind unzulässig.
  • An Festen (ohnehin nur aus herausgehobenem Anlass) dürfen höchstens 25 Personen teilnehmen.
  • Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung besteht auch am Sitz- oder Stehplatz in geschlossenen Räumlichkeiten bei Konzerten und Aufführungen und sonstigen Veranstaltungen sowie als Zuschauer von Sportveranstaltungen.
  • Bei Veranstaltungen muss immer ein Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen Personen gewährleistet sein.

Heuer: Niemand muss Angst haben

Wolfgang Heuer: "Steigen die Zahlen weiter, wird es weitere Verschärfungen geben, etwa eine Maskenpflicht in den Einkaufsstraßen. Dabei ist die Einhaltung der bekannten Schutzregeln die beste Antwort auf die derzeitige Entwicklung. Die Mitarbeitenden der Stadt, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen werden ihren Beitrag leisten, dass niemand Angst vor den kommenden Wochen haben muss. Aber bitte ziehen auch Sie weiter mit", richtet Heuer einen dringenden Appell an die Bürger der Stadt. Sollten die Zahlen wieder sinken, führt dies nicht zwangsläufig zu einer Aufhebung der Allgemeinverfügung. Diese wird erst außer Kraft gesetzt, nachdem der entsprechende Grenzwert über einen Zeitraum von sieben aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten wurde.

Fragen?

Weitere Informationen, so beispielsweise zur Reiserückkehr oder auch zur Quarantäne, gibt es hier. Reiserückkehrer nutzen für ihre Meldung bitte ausschließlich die E-Mail-Adresse reiserueckkehrer@stadt-muenster.de.

Wer Fragen zu Corona hat, wendet sich bitte grundsätzlich an die städtische Hotline unter Tel. 02 51/4 92-10 77. Da derzeit eine hohe Informationsnachfrage besteht und Wartezeiten möglich sind, werden Fragen auch via E-Mail unter corona@stadt-muenster.de beantwortet.

Interview mit Krisenstabsleiter Heuer

ANTENNE MÜNSTER-Nachmittagsmoderator Matthias Kamps hat mit Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer über die neue Lage gesprochen:


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