
Corona: Kliniken schlagen Alarm
Die ärztlichen Leiter aller Münsterschen Krankenhäuser haben heute Alarm geschlagen. So lax wie wir derzeit mit Corona umgehen, dürfe es nicht weitergehen.
Veröffentlicht: Montag, 17.10.2022 11:00
In einem gemeinsamen Statement aller Münsterschen Krankenhäuser heißt es, die rasant steigende Zahl von Corona-Neuinfektionen habe innerhalb weniger Tage dazu geführt, dass sich die Lage in den Kliniken dramatisch zuspitzt.
Um eine fulminante Infektionswelle in Herbst und Winter abzuschwächen, müssen wir dringend Maßnahmen ergreifen. Auch wenn es derzeit noch nicht wieder im Bewusstsein jedes Einzelnen angekommen ist: Wir müssen uns selbst und andere durch Maskentragen und Abstandsregeln schützen.
sagt etwa der Ärztliche Direktor der Uni-Klinik, Prof. Alex W. Friedrich.
Keine Aufnahmegarantie für Notfallpatienten
Auch beim Krankenhauspersonal steige die Zahl der Infektionen. Das führe dazu, dass es selbst für Notfallpatienten keine Garantie mehr gibt, in der nächstgelegenen Klinik aufgenommen zu werden. Die Kliniken müssten sich zeitweise wegen fehlenden Personals vom Rettungsdienst abmelden. Für andere Patientinnen und Patienten heißt es schon wieder, dass nur sehr dringende Behandlungen durchgeführt werden können.
"Twindemie" droht
Die Klinikleitungen sind sich einig, dass jetzt unmittelbar Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssten, um die Infektionszahlen zu senken. Schließlich steige gerade auch die Zahl der Grippeinfektionen. Die Belastungen der Kliniken durch eine „Twindemie“, also eine Doppelwelle aus Corona und Influenza, könnten zu massiven Einschränkung der Gesundheitsversorgung führen.
Münstersche Krankenhaus-Chefs sind sich einig
Das gemeinsame Statement wurde von der Ärztlichen Direktoren von Uni-Klinik Münster, Alexianer Clemenshospital Münster, Alexianer Raphaelsklinik Münster, EVK Münster – Alexianer Johannisstift; St. Franziskus-Hospital Münster, Herz-Jesu-Krankenhaus-Münster-Hiltrup und LWL-Klinik Münster unterzeichnet.