
Busfahren bald günstiger? Parken dafür teurer?
Die Rathaus-Koalition aus Grünen, SPD und Volt möchte zum August 2023 ein 365-Euro-Ticket für die Nutzung von Bus und Bahn in Münster einführen. Finanziert werden soll das Ganze durch die Anhebung von Parkgebühren für bestehende und neue Parkflächen, auch für Anwohner:innen.
Veröffentlicht: Mittwoch, 02.02.2022 15:47
Koalition stellt ÖPNV-Pläne vor
Die Politiker:innen wollen zum einen mehr Menschen für den Öffentlichen Nahverkehr gewinnen und zum anderen das bestehende Abo-Konzept vereinfachen. Dazu hat die Rathaus-Koalition einen Ratsantrag verfasst, den sie am Mittwochnachmittag (2.2.) der Presse vorgestellt hat.
Finanzierung durch höhere Parkgebühren
Für die Stadtwerke plant die Rathaus-Koalition einen finanziellen Ausgleich. In einem ersten Schritt sollen die Parkgebühren in Münster angehoben werden. Betroffen davon sind auch Anwohner-Parkplätze. Die Mehreinnahmen sollen in einen ÖPNV-Fonds fließen. Aus diesem Fonds soll die Stadtwerke Münster GmbH einen Ausgleich für geringere Tarifeinnahmen erhalten.
Öffentlicher Nahverkehr soll insgesamt attraktiver werden
Um zu einer echten Alternative zu werden, muss der ÖPNV nicht nur günstiger sondern auch attraktiver werden, betonen Grüne, SPD und Volt. Durchgehende Busspuren und busfreundliche Ampelschaltungen sollen dazu führen, dass sich die Durchschnittsgeschwindigkeit des ÖPNV spürbar erhöht und die Zahl der Verspätungen verringert wird. Einen entsprechenden Auftrag an die Stadtverwaltung formuliert die Koalition in ihrem Antrag. Es sollen auch Vorschläge zur Verknüpfung von Bus- und Bahnverkehr, Radverkehr, den verschiedenen Sharing-Angeboten und ggf. On-Demand-Systemen erarbeitet werden. Ein besonderer Schwerpunkt soll auf die Anbindung von Mobilitätsstationen gelegt werden.
Taktverdichtung und Angebote für Pendler:innen
Die Pläne der Rathaus-Koalition gehen noch weiter: die Stadtwerke Münster GmbH soll den Wechsel zwischen verschiedenen Verkehrsträgern durch die Weiterentwicklung der münster:app erleichtern. Um den Wechsel zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern und Mobilitätsangeboten zu vereinfachen, sollen Informationen zu den verfügbaren Angeboten zentral zur Verfügung gestellt werden. Gemeinsam mit den Kommunen des Münsterlandes sollen Strecken identifiziert werden, auf denen Taktverdichtungen und eine Ausweitung des Busverkehrs sinnvoll und kurzfristig umsetzbar sind, um attraktive Angebote für den Umstieg vom Pkw auf den Bus insbesondere für Pendler:innen zu realisieren. Es soll auch geprüft werden, inwieweit das Nahverkehrsangebot der Stadtwerke Münster GmbH tages- und jahreszeitliche Schwankungen im Modal Split zukünftig noch stärker berücksichtigen kann. In diesem Zusammenhang soll auch berücksichtigt werden, welche Potenziale eine mögliche Entzerrung der Frühspitzen durch einen versetzten Schulbeginn hätte. Grundsätzlich sollen alle Stadtteile durch einen hohen Takt an Münsters Innenstadt angebunden werden.
Umstrukturierung des Nahverkehrsplans
Die Zentralisierung der Linienführung im Nahverkehrsplan auf den Hauptbahnhof ist zu überdenken, heißt es von der Koalition. Die Erreichbarkeit der Innenstadt soll zukünftig auch über eine Stärkung der Westachse, des Bülts sowie weiterer zentraler ÖPNV-Knotenpunkte gewährleistet sein. Das soll die Verwaltung im Rahmen der
Weiterentwicklung des ÖPNV-Systems berücksichtigen. Um den ÖPNV-Knotenpunkt Hauptbahnhof effizienter zu machen, sollen erste Schritte für den Bau eines attraktiven, zukunfts- und leistungsfähigen Busbahnhofs und eine veränderte Verkehrsführung eingeleitet werden.
