BSV Roxel erwägt Saison-Abbruch

Nach einem Corona-Fall in der Mannschaft erwägen die Landesliga-Handballerinnen des BSV Roxel aktuell einen vorzeitigen Abbruch der Saison. Die 14-tätige Quarantäne war für viele Spielerinnen aufgrund des Drucks von Arbeit und Familie nur schwer zu ertragen.

Quarantäne: Eine schlimme Erfahrung

Nachdem eine der Spielerinnen des Landesligisten positiv auf das Coronavirus getestet worden war, hatte das Gesundheitsamt 14 Tage geschlossene Quarantäne für alle Mannschaftskollleginnen und Trainer des Teams angeordnet, die beim letzten Training vor dem Test anwesend gewesen waren. Für viele der Spielerinnen brachte die Quarantäne große private Probleme mit sich, sagt Trainer Andreas Helftewes im ANTENNE MÜNSTER-Interview:

"Ob's jetzt die Mutter war, die ihren kleinen Kindern beibringen musste, dass die Mama nicht raus darf; die Spielerin, die mehr oder weniger von ihrer Familie ausgestoßen wird mit den Worten: "Solange du Handball spielst, brauchst du nicht zu uns kommen. Anstecken wollen wir uns nicht", bis hin zum steigenden Druck durch die Arbeitgeber."

Weitere Vorgehensweise

In der Mannschaft herrscht seitdem eine starke Verunsicherung. Der Vorstand des BSV Roxel will nun bis zum 8. November alle Spiele der Frauen-Mannschaft verschieben. Danach soll von Woche zu Woche mit Blick auf die Corona-Fallzahlen entschieden werden. Sollten die Zahlen in den nächsten Monaten deutlich steigen, soll das Team die Saison mit allen dazugehörigen Folgen (Abstieg) abbrechen. Das Training wird ab nächster Woche zunächst auf freiwilliger Basis fortgesetzt.

Klar ist, dass niemand in der Mannschaft von dieser Idee begeistert ist. Ganz im Gegenteil: "Die Damen hatten Tränen in den Augen, als wir Ihnen diesen grundlegenden Plan verkündet haben", sagt Trainer Andreas Helftewes. Die Gesundheit und das soziale Leben hätten allerdings Vorrang.

BSV Roxel wünscht sich Unterstützung

Die Verantwortlichen des BSV Roxel wünschen sich nun vor allem eine Untertsützung durch andere Vereine aus der Liga, deren Spielerinnen es gegebenenfalls ähnlich ergeht und die mit denselben Problemen zu kämpfen haben. Vom Verband wird ein Plan B gefordert, sollte sich das Corona-Geschehen weiter verschlechtern. Für Andreas Helftewes wäre zum Beispiel das "Einfrieren" der erst vor wenigen Wochen gestarteten Saison mit einer Fortsetzung Anfang 2021 eine Alternative. Nachmittagsmoderator Matse Kamps hat das Thema am Mittwoch in seiner Sendung aufgegriffen:

© ANTENNE MÜNSTER

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