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Brandbrief an die Stadt
© ANTENNE MÜNSTER
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Brandbrief an die Stadt

Nachdem das Paul-Gerhardt-Haus abgerissen wurde, wendet sich der Förderverein nun mit einem offenen Brief an Stadtverwaltung und -politik.

Veröffentlicht: Freitag, 03.05.2024 07:00

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Der Vorstand des Fördervereins verlangt eine kurzfristige Perspektive für die offene Jugendarbeit. Er hatte ursprünglich auf Räumlichkeiten an der Bennostraße gehofft, doch die seien nun doch nicht nutzbar. Vor der Schließung habe das Jugendzentrum im Paul-Gerhardt-Haus täglich 50 bis 150 Besucher:innen gehabt - und die bräuchten nun dringend neue Räume.

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Hier der Brandbrief im Wortlaut:

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Sehr geehrte Damen und Herren,

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mit großer Sorge verfolgen wir vom Vorstand des [ Förderverein ]pg[ die Entwicklungen rund um die Suche nach einer Lösung für das Jugendzentrum ]pg[ und den übriggebliebenen Angeboten, die aktuell als "]pg[-unterwegs" an unterschiedlichen Orten in Münster stattfinden! Am 30.04.24 haben wir erfahren, dass die Räumlichkeiten an der Bennostraße, die bis dato auch als Übergangslösung für das ]pg[ zur Diskussion standen und in denen bis letzte Woche Angebote stattfanden, nun nicht mehr nutzbar sind. Das ist erneut ein herber Rückschlag für das ]pg[ und damit auch für die Jugendarbeit im Bezirk Münster Mitte!

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Die Mitarbeitenden des ]pg[ bieten seit Ende Januar einen Teil der Arbeitsbereiche und einen kleinen Jugendtreff an unterschiedlichen Orten unter dem Motto "]pg[-unterwegs" an. Die Angebote des ]pg[ sind über die Stadt verstreut. Mal im Gleis 22, mal an der Bennostraße, gelegentlich wird ein Ausflug organisiert. Für das Theaterprojekt, das Tanzprojekt und die kostenlose Hausaufgabenhilfe der Bootstrapper e.V. wurden übergangsweise andere Räumlichkeiten organisiert. Das Musikprojekt findet gar nicht mehr statt und die kostenlosen Proberäume für Jugendbands gibt es aktuell auch nicht mehr.

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Die Mitarbeitenden geben ihr Bestes, um aus der aktuellen Situation etwas zu machen! Nichtsdestotrotz ist es nahezu unmöglich, bei wechselnden Standorten eine adäquate Umgebung für offene Jugendarbeit zu schaffen (Schutzraum, Wohlfühlfaktor, Vertrautheit) und den ständigen Kontakt zu den Jugendlichen zu halten. Beliebte Angebote wie Kickern, Billard spielen, die PlayStation nutzen, Musik hören oder gemeinsam kochen können nur sporadisch angeboten werden und einer der wichtigsten Punkte ist aktuell gar nicht mehr gegeben: die Angebote finden NICHT auf ausreichender Fläche unter einem Dach statt!

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]pg[-unterwegs ist also überall nur "zu Gast", die Räumlichkeiten sind nicht für die offene Jugendarbeit eingerichtet bzw. ausgelegt und es fehlt an Attraktivität und Identität!

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Der niedrigschwellige Übergang zum kunst-kreativen aber auch zum selbstorganisierten Bereich sowie der gruppenüberschneidende Austausch zwischen den Jugendlichen sind nicht mehr gegeben. Essenzielle Merkmale, die das ]pg[ seit über 40 Jahren zu einem so besonderen Ort gemacht haben! Mit dem Wegfall der Räumlichkeiten an der Bennostraße, spitzt sich die Lage für das ]pg[ also weiter zu!

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Voller Verzweiflung wenden wir vom [ Förderverein ]pg[ uns heute an Sie, da wir die aktuellen Entwicklungen nicht weiter tatenlos beobachten und hinnehmen können!

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Sie als Politiker:innen und Stadtverwaltung stehen in der Verantwortung, für die Jugendlichen der Stadt Münster Sorge zu tragen. Seit nunmehr 5 Monaten fehlt "der Elefant der Jugendarbeit", das ]pg[, im Bezirk Münster Mitte. Dem gesetzlichen Auftrag der freien Jugendhilfe nach dem Achten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII) kann so nicht ordnungsgemäß nachgegangen werden!

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Das ]pg[ hatte vor seiner Schließung pro Tag ca. 50-150 Besuchende! Wo finden diese Jugendlichen jetzt ihren Platz?

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Deshalb sind unsere Forderungen klar: Es muss wieder eigene Räumlichkeiten mit ausreichender Fläche geben, die alle Angebote des ]pg[ unter einem Dach vereinen können!

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Auch die Reduktion von drei auf zwei Vollzeitstellen und den damit einhergehenden Kürzungen der Öffnungszeiten ist dem Sinn der offenen Jugendarbeit in Münster nicht zuträglich! Es kann nicht sein, dass nach über einem Jahr noch immer keine konkrete Lösung in Sicht ist! So kann es nicht weitergehen! Die Jugendlichen der Stadt Münsters benötigen dringend eigene Räumlichkeiten in der Innenstadt! Gerade in dieser zunehmend unruhigen Zeit hat offene Jugendarbeit eine wichtige Rolle, um Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen Ort zu bieten, wo sie sich angenommen fühlen, Sicherheit erleben, Kreatives ausprobieren, Rat suchen und als Mensch mit individuellen Bedürfnissen wahrgenommen werden können!

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Wir bitten alle beteiligten Akteure, sich zeitnah mit uns an einen runden Tisch zu setzen, um über die vorherrschenden Umstände zu sprechen und gemeinsam an adäquaten Lösungen zu arbeiten! Wir bitten hiermit um eine zeitnahe Rückmeldung zwecks Terminabsprache.

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Mit freundlichen Grüßen,

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Vorstand des [ Förderverein ]pg[

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