Bestürzung über Spekulationen
Drei Tage nach dem tragischen Tod von Malte C. zeigen sich Interessengruppen bestürzt über die Spekulationen über die Herkunft des Tatverdächtigen.
Veröffentlicht: Montag, 05.09.2022 10:00
Die Behörden äußern sich nicht zur Staatsangehörigkeit des Verdächtigen. Denn die habe mit dem Verbrechen nichts zu tun. Das finden auch mehrere Vereine und Gruppen der LGBT-Community in der Stadt und zeigten sich entsetzt über die Berichterstattung der "Bild"-Zeitung und der Reaktionen darauf im Internet. Auch der Integrationsrat Münster hat sich dem angeschlossen. Das "Center for transgender Health" an der Uni-Klinik ruft heute zu mehr Akzeptanz von Menschen mit "non-konformen Geschlechtsidentitäten" auf. Alle seien gefordert, für Toleranz und Aufklärung einzutreten.
Nach der tödlichen Attacke auf einen 25-Jährigen bei einer Christopher-Street-Day-Versammlung in Münster sitzt der Tatverdächtige in Untersuchungshaft.
Der Haftrichter verhängte am Samstag (03.09.) U-Haft gegen den 20-Jährigen wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Der Verdächtige war nach der Tat vor einer Woche geflüchtet und am Freitag festgenommen worden. Er habe sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert, hieß es.
Zwei Tage nach der Festnahme des Tatverdächtigen hat sich nun auch dessen Begleiter gemeldet. Er habe am Sonntag (04.) die Polizei kontaktiert und sei am Montag (05.09.) als Zeuge vernommen worden, teilt die Staatsanwaltschaft Münster mit. Es hätten sich keine belastbaren Hinweise ergeben, dass er an den Beleidigungen vor dem körperlichen Angriff beteiligt gewesen sei. Auch sonst seien keine Straftaten ersichtlich. Gegen ihn werde nicht ermittelt.
Die Tat
Der 20-Jährige soll bei der CSD-Versammlung am 27. August mehrere Frauen unter anderem mit den Worten "lesbische Hure" beschimpft haben und drohend auf sie zugegangen sein. Der 25-Jährige habe ihn gebeten, die Beleidigungen zu unterlassen. Doch der Täter schlug den Ermittlungen zufolge unvermittelt mindestens einmal mit der Faust auf den 25-Jährigen ein.
Dieser sei zu Boden gegangen und mit dem Kopf auf dem Asphalt aufgeschlagen. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, später ins künstliche Koma versetzt und starb am Freitagmorgen (02.09.). Die Leiche sollte am Montag (05.09.) obduziert werden.