Ausstellung "Der letzte Besitz"

Am Dienstag (08.09.) wurde in der Überwasserkirche eine neue Ausstellung eröffnet. In Form von Fotos wird "der letzte Besitz" ertrunkener Migranten im Mittelmeer gezeigt. Den Opfern soll damit ihre Identität zurückgegeben werden.

© Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Ein Handschuh mit einem Aufdruck der US-Basketball-Liga, ein Brustbeutel mit Geld und Medikamenten, ein Rosenkranz: In der Überwasserkirche in Münster wird vielen namenlosen Migranten, die im Mittelmeer ertrunken sind, auf eine besondere Art und Weise gedacht. Mit Fotografien zeigt die Ausstellung „Der letzte Besitz“ wortwörtlich den letzten Besitz Ertrunkener aus einem Wrack im Mittelmeer.

Der Italiener Mattia Balsamini hat die Gegenstände in Szene gesetzt, die Verantwortlichen der Flüchtlingsinitiative Coesfeld und der Caritas Münster bringen sie mit Unterstützung des Stadtdekanats Münster in den Kirchenraum – und damit zurück in die Köpfe der Menschen.

Im November 2019 feierte die Ausstellung in der Jakobikirche in Coesfeld Premiere. Am 8. September wurde die Ausstellung nun in Münster eröffnet, begleitet mit Liedern von der Sängerin und Stimmkünstlerin Cora Schmeiser. Bis Freitag, 23. Oktober, sind die 16 Fotos der Habseligkeiten der ertrunkenen Flüchtlinge nun in der Überwasserkirche zu sehen.

Geschichte hinter den Bildern

2015 war die „Barca Nostra“ mit 700 Menschen an Bord gesunken, 2016 wurde das Schiff gehoben. Der Fotograf Balsamini hatte Fotos in Zusammenarbeit mit dem forensischen Institut der Universität Mailand von Gegenständen, die die Geflüchteten bei sich trugen, gemacht, die Süddeutsche Zeitung hatte sie im Mai 2019 abgedruckt.

„Diese Gegenstände verraten keine Namen, aber sie erzählen von den Ertrunkenen“, betont Paul Joachim Müller von der Flüchtlingsinitiative Coesfeld. Im November 2019 feierte die Ausstellung in der Jakobikirche in Coesfeld Premiere, bis Freitag, 23. Oktober, sind die 16 Fotos der Habseligkeiten der ertrunkenen Flüchtlinge nun in der Überwasserkirche zu sehen.

Ziel der Ausstellung

„Uns geht es in der Ausstellung darum, in Begegnung mit den Geflüchteten selbst zu kommen“, erklärt Ludger Schulte-Roling von der Flüchtlingsinitiative Coesfeld. Die Ausstellung erzähle „eine Hoffnungsgeschichte“, die im direkten Bezug zwar gescheitert sei, aber durch den Besuch von Menschen, die sich von den Schicksalen berühren ließen, weitergeschrieben werden könne.

Aus nahezu jedem Bild spreche die Trauer um die verlorene Heimat, ergänzt Müller. „In einer Tasche wurden zwei Säckchen Heimaterde gefunden. Das rührt fast zu Tränen, weil man darin die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, aber auch die starke Heimatverbundenheit erkennt.“ Der Ehrenamtliche gibt der Politik die Schuld, die Situation der Flüchtlinge nicht gelöst zu haben. Noch immer würden Menschen auf ihrer Flucht im Mittelmeer ertrinken. „Wir möchten den Menschen mit der Ausstellung diese Realität in Erinnerung rufen und dazu auffordern, dagegen einzutreten“, betont Müller.

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