
Anwohner fürchten um Parkplätze
Die Stadt Münster will erreichen, dass Fußgänger:innen auf der Melchersstraße im Kreuzviertel wieder mehr Platz bekommen.
Veröffentlicht: Donnerstag, 15.09.2022 04:00
Die Stadt Münster will mit dem Modellprojekt zum "Fairen Parken" in der Melchersstraße die Verkehrssicherheit für den Fußverkehr stärken und die Lebensqualität in der Straße wie im Quartier steigern. Mit der Umsetzung von neuen Markierungen und der Änderung der Beschilderung soll ab Montag (19.09.) begonnen werden.
Von den abgestellten Fahrzeugen in der Melchersstraße parken aktuell etwa 80 % überwiegend vollständig, teilweise auch aufgesattelt, auf dem Gehweg. Hierdurch wird nicht nur der Gehweg in seiner Funktion als Aufenthalts- und Bewegungsraum für Fußgänger:innen, sondern auch die Sicht auf den querenden Fußverkehr eingeschränkt.
Mit der Einrichtung von markierten "Parkständen" soll eine klare und leicht verständliche Regelung geschaffen werden. Das Amt für Mobilität und Tiefbau orientiert sich am so genannten Karlsruher Modell. Es ist vorgesehen, Gehwegparken nur noch in gekennzeichneten Zonen und bei einer verbleibenden Gehwegbreite von mindestens 1,60 Meter zuzulassen. Außerhalb der markierten Flächen soll in der Melchersstraße künftig kein Gehwegparken mehr geduldet werden. Für parkende Fahrzeuge wird auf der Fahrbahn der Melchersstraße eine Markierung im Abstand von 1,25 Meter von der Bordsteinkante aufgebracht. Vom Gehweg werden damit noch etwa 0,75 Meter für die Kfz benötigt. Für Fußgänger:innen verbleiben nutzbare Gehwegbreiten von 2 bis 2,85 Meter.
Die Einrichtung der Parkstände in der Melchersstraße stellt ein erstes Modellprojekt für die Rückgewinnung des Gehweges als Aufenthalts- und Bewegungsraum für zu Fuß Gehende durch die Neuordnung des Parkens im Kreuzviertel dar. Mit dieser ersten Maßnahme sollen Erfahrungen zu Auswirkung und Akzeptanz gesammelt und analysiert werden. Es wird das Ziel verfolgt, an weiteren Straßen im Quartier, deren Querschnitt breit genug ist, Gehwege sukzessive von parkenden Fahrzeugen freizuhalten. Nach der Herausnahme der Buslinie soll nun auch die bisherige Vorfahrtregelung in der Melchersstraße zurückgenommen werden und wieder die in Tempo-30-Zonen vorgesehene Regel rechts vor links gelten. Mit der Wiedereinführung der Rechts-vor-links-Regelung geht eine Reduzierung der Fahrgeschwindigkeiten in der Melchersstraße einher.
Kritik von Anwohnenden
Die Anwohnenden können der Neuregelung nicht viel Gutes abgewinnen. Denn dadurch fallen für sie etwa 30 Parkplätze weg. Somit werde das bereits existierende Problem der Parkplatzsuche nur noch größer. Nur die Interessen derer wahrzunehmen, die ohne Auto auskommen, dürfe nicht das Ziel einer Vertretung der Bürger einer Stadt sein, finden sie. Sie wären gerne gefragt worden, wahrscheinlich wäre dann ein Kompromiss dabei herausgekommen, mit dem alle leben könnten.
Außerdem sei die geplante Rechts-vor-Links-Regelung an den Kreuzungen der Melchersstraße schlecht für die Umwelt, weil Autos dadurch häufiger bremsen und anfahren müssten.