
Anklage gegen Ex-Sparda-Chef liegt vor
Wegen Untreue muss sich der ehemalige Chef der Sparda Bank Münster, Enrico Kahl, demnächst vor dem Landgericht Münster verantworten.
Veröffentlicht: Donnerstag, 21.01.2021 11:30
Dem ehemaligen Chef der Sparda Bank Münster Enrico Kahl wird jetzt bald vor dem Landgericht Münster der Prozess gemacht. Er muss sich wegen Untreue verantworten. Es geht um Spesenbetrug in Millionenhöhe. Fünf Jahre lang hat die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität Bielefeld ermittelt. In ihrer über 600 Seiten starken Anklageschrift werden mehr als 200 Betrugsfälle akribisch aufgelistet. So soll der heute 62-Jährige Kahl private Feiern wie die Geburtstagsfeier seiner Frau und Reisen zu den Bayreuther Festspielen oder zum Münchner Oktoberfest über die Bank abgerechnet haben. Außerdem soll er teure Auslandsreisen für Bankführungskräfte z.B. nach Bacelona ermöglicht haben. Insgesamt geht es zunächst um einen Schaden von weit über einer Million Euro. Es könnten mit weiteren Klagen aber auch 2 Millionen werden. Mit angeklagt sind auch zwei weitere EX-Vorstandsmitglieder und der ehemalige Aufsichtsratschef der Sparda Bank. Nach Auskunft der Landgerichts könnte der Prozess in wenigen Monaten beginnen. Im Falle eine Verurteilung droht den Angeklagten eine Haftstrafe von bis zu 10 Jahren.
Nach Bekanntwerden der Vorfälle war Sparda Bank-Chef Enrico Kahl im Jahr 2015 fristlos entlassen worden. Die Sparda Bank ist in zwischen mit der Sparda West in Düsseldorf fusioniert.
Über die Anklage berichtet ANTENNE MÜNSTER-Chefreporter Matthias Menne im Gespräch mit Nachmittagsmoderator Christoph Hausdorf: